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InterpolJapaner liess 16 Kinder mit Leihmüttern zeugen

Die Polizei sucht weltweit nach Mitsutoki Shigeta. Der 24-jährige Japaner soll in Thailand eine regelrechte Babyfabrik betreiben - und dafür dunkle bis irre Motive haben.

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Der Fall eines Japaners, der in Thailand offenbar über 16 Kinder von Leihmüttern austragen liess, sorgt weltweit für Schlagzeilen. Anfang August entdeckten Polizisten eine «Babyfabrik» in einem Luxusapartment in Bangkok: Die Beamten fanden zunächst neun kleine Kinder - sechs Jungen und drei Mädchen -, neun Kindermädchen und eine schwangere Frau. Letzten Freitag hat die internationale Polizeiorganisation Interpol die Ermittlungen auf Hongkong, Kambodscha und Indien ausgeweitet.

Die thailändischen Behörden hatten nach dem Skandal um Baby Gammy genaue Untersuchungen rund um das Leihmuttergeschäft angeordnet. So war die Polizei in Bangkok auf das Apartment mit den Babys gestossen. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass mindestens 11 Leihmütter insgesamt 16 Kinder ausgetragen hatten. Der Erzeuger war stets derselbe: der 24-jährige Mitsutoki Shigeta.

Die Eizellen-Spenderinnen stammen unter anderem aus Schweden, Spanien und Brasilien. Alle Kinder haben ein Geburtsdatum ab Dezember 2012. Shigeta war nach Angaben der Einwanderungsbehörde Dutzende Male in Thailand ein- und ausgereist, manchmal hatte er auch ein Baby dabei.

10 bis 15 Kinder pro Jahr

Im Laufe der weiteren Ermittlungen tauchte die Anzeige von Dr. Mariam Kukunashvili, Leiterin der Fruchtbarkeitsklinik New Life, auf. Kukunashvili hatte erstmals im Juni 2013 ihren Kunden Shigeta bei Interpol angezeigt. Man nahm die Frau indes nicht ernst. Die Ärztin fand es damals merkwürdig, dass der Japaner nach zwei erfolgreichen Schwangerschaften bereits weitere Leihmütter bestellte.

Sie habe ihn nach seinen Plänen gefragt, erzählt Kukunashvili der Nachrichtenagentur AP. Der Kunde habe daraufhin angegeben, dass er pro Jahr 10 bis 15 Kinder wünsche. Ausserdem habe er sich nach der Möglichkeit erkundigt, sein Sperma einfrieren zu lassen, um auch noch im hohen Alter Vater werden zu können.

Herangezüchtete Wählerschaft oder Organhandel

Doch am meisten erstaunten Kukunashvili die Motive, die Shigeta nannte: Er wolle in die Politik einsteigen und zeuge darum seine künftige Wählerschaft. Die Klinikleiterin meldete den bizarren Fall Interpol - und Shigeta tauchte nie wieder bei New Life auf.

Für Apichart Suribunya, Ermittler bei Interpol, stecken jedoch womöglich andere, grausamere Absichten hinter Shigetas Handeln: Der Polizist vermutet, dass der Japaner im internationalen Menschen- und Organhandel tätig ist.

Mitsutoki Shigeta ist seit der Razzia in der Babyfabrik auf der Flucht. Der 24-Jährige ist Sohn eines Milliardärs, den das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» zu den Superreichen Japans zählt.

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