Aktualisiert 09.08.2015 11:20

Alkohol im All

Japaner schiessen edlen Whisky zur ISS

Es geht hoch hinaus für den japanischen Whisky – im wahrsten Sinne des Wortes: Erst wurde er zum besten Whisky der Welt erklärt, jetzt fliegt er ins All.

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Der beste Whisky der Welt kommt von der japanischen Distillerie Suntory.

Der beste Whisky der Welt kommt von der japanischen Distillerie Suntory.

Wikimedia Commons/iwaim/CC BY-SA 3.0
Sein Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 wurde 2014 zum besten Whisky der Welt erklärt. Und er soll noch besser werden.

Sein Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 wurde 2014 zum besten Whisky der Welt erklärt. Und er soll noch besser werden.

Wikimedia Commons/Look Sharp!/CC BY-SA 3.0
Deshalb lässt Suntory demnächst mehrere Proben von 10, 18 und 21 Jahre altem Whisky zur Internationalen Raumstation ISS schiessen. Die Verantwortlichen wollen untersuchen, welchen Effekt die Schwerelosigkeit im All auf den Reifungsprozess hat.

Deshalb lässt Suntory demnächst mehrere Proben von 10, 18 und 21 Jahre altem Whisky zur Internationalen Raumstation ISS schiessen. Die Verantwortlichen wollen untersuchen, welchen Effekt die Schwerelosigkeit im All auf den Reifungsprozess hat.

Nasa/handout

Japanischer Whisky erlebt weiterhin einen Höhenflug. Nachdem der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 vergangenes Jahr zum besten Whisky der Welt erklärt wurde und damit die schottische Konkurrenz hinter sich gelassen hat, macht sich sein Produzent Suntory nun zu neuen Sphären auf: So lässt er demnächst mehrere Proben von 10, 18 und 21 Jahre altem Whisky zur Internationalen Raumstation ISS schiessen.

Getrunken werden soll der edle Tropfen dort oben jedoch nicht. Vielmehr wollen die Verantwortlichen von Suntory untersuchen, welchen Effekt die Schwerelosigkeit im All auf den Reifungsprozess hat. Sie vermuten, dass die Mikrogravitation dafür sorgt, dass die Produkte ein besonders liebliches Aroma entwickeln.

Geforscht wird am Boden

Die eine Hälfte der Proben soll bereits kommenden September zurück zur Erde geholt werden. Wie lange die andere Hälfte im japanischen Forschungsmodul Kibo auf der ISS bleiben wird, ist noch offen.

Fest steht bereits, dass die weit gereisten Fläschchen anschliessend wissenschaftlich untersucht werden – und zwar per Phasenschiebeverfahren, Kleinwinkel-Röntgenstreuung und Kernmagnetresonanz-Spektroskopie. Als Kontrollgruppe dienen identische Flaschen, die auf herkömmliche Weise auf der Erde gereift sind.

Was nach einem abenteuerlichen Vorhaben klingt, ist eigentlich nichts Neues. So haben auch schon Proben des schottischen Ardbeg Scotch Whisky 1000 Tage auf der ISS verbracht. Und auch auf der Erde werden mitunter kuriose Wege eingeschlagen. So beschallt etwa die Copper & Kings Distillery im US-Bundesstaat Kentucky ihren Brandy mit Musik. Das soll das Aroma verbessern.

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