Japan-Blog: «Japanisch lernen ist ganz einfach»
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Japan-Blog«Japanisch lernen ist ganz einfach»

Warum es sich lohnt, vor der Abreise nach Tokio ein paar Wörter zu lernen. Und wieso das gar nicht so schwer ist, wie die meisten denken.

von
Ronja Sakata

Ronja Sakata erklärt die drei japanischen Schriftsysteme.

Japanisch lernen ist unmöglich! Das denken alle und ich antworte dann immer ganz frech: «Japanisch lernen ist ganz einfach!» Es gibt keine Artikel, keine Konjugation, kein Einzahl-Mehrzahl, kein Männlich-Weiblich und keine Deklination. Kein auswendig lernen von «der Baum, die Vase, das Glas» und vor allem kein «ich gehe, du gehst, er geht». Darum hab ich mich vor 16 Jahren als Sprachniete mit einem Lächeln ins Japanischlernen gestürzt. Denn all die Dinge, die ich im Französischen nie konnte, die brauchten mich nicht mehr zu kümmern.

Am ersten Kurstag hat unser Lehrer in der Einleitung festgestellt: «Die Japaner können kein Englisch. Nur damit ihr wisst, warum ihr jetzt hier Japanisch lernt.» Das ist bis heute so geblieben. Kann sein, dass es in Tokio oder Osaka da und dort englischsprechende Japaner zu finden gibt. Sobald man aber auch nur ein bisschen von den Hauptpfaden abbiegt, ist das japanische Englisch nicht mehr vorhanden, oder so lustig verjapanisiert, dass es schwierig zu verstehen ist.

Die drei Schriftsysteme

Darum finde ich es umso cooler, wenn man sich als Tourist mit Japanisch auf seine Reise vorbereitet. Ob nur ein paar Wörter, ganze Sätze, mit einem Reisesprachführer oder mit einem Japanischkurs: Je mehr man kann, desto lustiger wird es und desto eher verschwindet die unsichtbare Barriere zwischen den In- und Ausländern. ‹Ja, aber diese Schriftzeichen›, denken Sie jetzt vielleicht. Das ist das Wunderbare an Japanisch! Es kann ohne Probleme in unserer Schrift aufgeschrieben und so gelernt werden. Die Vokale werden genau gleich ausgesprochen wie im Deutschen. Es gibt auch keine Klangunterschiede wie im Chinesischen!

Es gibt drei Schriftsysteme: Hiragana, Katakana und Kanjis. Die ersten zwei sind Silbensysteme, welche wie unsere Buchstaben gebraucht werden. «Ma - mi - mu - me - mo» oder «Ka - ki - ku - ke - ko» und so weiter. 46 solche Silben hat Hiragana, welche die verschnörkeltere der zwei Silbenschriften ist. Hiragana wird als Erstes gelernt, meistens noch vor der Schule und alle Kleinkinderbücher sind in Hiragana geschrieben. Alle japanischen Wörter und Namen können mit diesen Silben geschrieben werden: Ya-ma-ha oder To-yo-ta als bekannte Beispiele.

Zeichendschungel muss nicht sein

Katakana beinhaltet genau die gleichen 46 Silben nochmals. Der Unterschied: Katakana wird für alle ursprünglich ausländischen Wörter gebraucht, wie zum Beispiel Tomato (Tomate), Biiru (Bier) oder Pan (Brot). Ausserdem wird Katakana auch für ausländische Namen und für alles Zoologische und Botanische gebraucht.

Kanjis sind die komplizierteren Zeichen, die ursprünglich aus China stammen. Sie sind einzelne kleine Bildchen, vor allem die einfachsten. 2000 dieser Zeichen sind im Einsatz. In der Schule stehen jede Woche 20 Kanjis im Lehrplan. Neun Jahre lang. Danach ist Zeitung lesen und verstehen möglich. Dieses Ziel muss man als Tourist sicher nicht ins Auge fassen. Japanisch lernen ohne diesen Zeichendschungel, ist hingegen ganz einfach möglich.

Ronja Sakata (38), geborene Müller, ist studierte Lebensmittelingenieurin. Vor 15 Jahren reiste sie für ein Praktikum erstmals nach Japan. Dort verliebte sie sich nicht nur in das Land, sondern auch in ihren jetzigen Mann, dem sie den klingenden Nachnamen zu verdanken hat. Ihr Insiderwissen hat Sakata in einem E-Book und Audios auf unterhaltsame Weise zusammengefasst. Sie bietet online auch einen Gratis-Japanischkurs an. Weitere Infos: Ronjasakata.com

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