Verluste an der Börse: Japanische Industrie bricht ein
Aktualisiert

Verluste an der BörseJapanische Industrie bricht ein

Die japanische Industrieproduktion hat im Dezember angesichts des Exporteinbruchs in Folge der Weltwirtschaftskrise einen Rekordrückgang von 9,6 Prozent verzeichnet. In Tokio verlor der Nikkei-Index 3,1 Prozent auf 7994 Punkte.

Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag auf vorläufiger Basis weiter bekanntgab, sank die Produktion im abgelaufenen Kalenderjahr 2008 nicht-saisonbereinigt um 3,4 Prozent. Angesichts dieser Lage entlassen japanische Unternehmen tausende von irregulär Beschäftigten. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember nach Regierungsangaben vom Freitag um 0,5 Prozentpunkte zum Vormonat auf 4,4 Prozent. Die Zahl der offiziell nicht beschäftigten Menschen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 390 000 auf 2,7 Millionen.

Die Kerninflation in Japan erreichte im Dezember den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Die Konsumentenpreise stiegen im Dezember im Jahresvergleich nur noch um 0,2 Prozent und damit weniger stark als erwartet. Einen noch geringeren Preisanstieg hatte es zuletzt im Oktober 2007 gegeben. Im Dezember hatte der Anstieg noch bei einem Prozent gelegen.

Die Kerninflation lässt die Preisentwicklung bei Saisonprodukten wie Früchten und Gemüse ausser Betracht.

Herbe Verluste an der Börse

In Tokio verlor der Nikkei-Index 3,1 Prozent auf 7994 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 3 Prozent im Minus bei 794 Zählern. Neben Daten zur Industrieproduktion und Arbeitslosenrate belasteten vor allem die Aktien von Toshiba und Nintendo den Markt, die jeweils weit über 10 Prozent verloren.

«Die Zahlen zur Industrieproduktion waren entsetzlich, und eine genauere Betrachtung der Daten war ein ziemlicher Schock», sagte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities. Vor allem die Chipbranche werde wahrscheinlich hart getroffen werden.

Die Aktien von Toshiba rauschten um über 17 Prozent in den Keller. Der Elektronikkonzern warnte am Donnerstag vor dem grössten Verlust der Firmengeschichte in diesem Geschäftsjahr. Bereiche der Chip-Sparte könnten dem Konzern zufolge ausgegliedert werden, um sie mit anderen Unternehmen zusammenzuschliessen.

Toyota mit Verlust?

Auch die Titel des Börsenschwergewichts Toyota rutschten um rund 4 Prozent ab. Der Autokonzern wird im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr nach Angaben aus Unternehmenskreisen wahrscheinlich einen grösseren Verlust einfahren als angekündigt.

Nintendo-Aktien gaben um 12,4 Prozent nach. Der Konzern strich die angepeilten Verkaufszahlen für seine Spielekonsole Wii und seine Gewinnprognose zusammen.

Der Euro gab in Fernost zum Dollar weiter nach. Ein Euro wurde mit 1.2893 Dollar bewertet nach 1.2951 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 89.36 Yen gehandelt nach 90.01 Yen in den USA.

Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong und Singapur verzeichneten Verluste. Die Börsen in Shanghai und Taiwan blieben wegen des Neujahrsfestes geschlossen.

(sda)

NEC will 20 000 Stellen streichen

Der japanische Elektronikkonzern NEC will weltweit 20 000 Stellen streichen. Damit sollen in den nächsten Jahren rund 80 Milliarden Yen (1 Milliarde Franken) eingespart werden, wie das Unternehmen am Freitag in Tokio mitteilte. Demnach verzeichnete NEC im vierten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Netto-Verlust von 130 Milliarden Yen (1,7 Milliarden Franken).

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