Isuzu 117 Coupé - Japanische Technik italienisch in Form gebracht
Der Isuzu 117 gilt bei seinen Fans als eines der schönsten, je gebauten Autos.

Der Isuzu 117 gilt bei seinen Fans als eines der schönsten, je gebauten Autos.

RM Sotheby’s / www.zwischengas.com
Publiziert

Isuzu 117 Coupé Japanische Technik italienisch in Form gebracht

Der italienische Autodesigner Giorgio Giugiaro entwarf für den japanischen Fahrzeughersteller Isuzu ein Coupé auf Basis des Florian, welches erst praktisch in Handarbeit produziert wurde.

von
Paul Krüger

Giugiaro war Ende 1965 gerade zu Ghia gewechselt, als Isuzu dort ein Sportcoupé in Auftrag gab, das auf Basis des in der Entwicklung befindlichen Bellel-Nachfolgers Florian als Werbeträger dienen sollte, um den Verkauf der Mittelklasse-Limousinen anzukurbeln. Das laut Automobil-Revue «aussergewöhnlich gut geglückte» Ergebnis von Giugiaros Schaffen wurde bereits im März 1966 auf dem Genfer Salon als Isuzu 117 Sport vorgestellt.

Anfangs war Handarbeit angesagt

Im November 1967 löste der Isuzu Florian als Limousine und Kombi den Bellel ab. Die Japaner wünschten sich sogleich eine Serienfertigung des Coupés, das weiterhin nur den Entwicklungscode 117 als Namen trug. Da das Geld für grosse Investitionen in neue Blechpressen fehlte, entschlossen sich die Japaner, die Coupés maschinell nur grob in Form zu bringen und dann von Hand nachzuarbeiten. Tatsächlich entstanden die ersten «Serien»-Coupés ab Dezember 1968 fast vollständig in Handarbeit. Dank der quasi nicht vorhandenen Automatisierung der 117-Produktion war der monatliche Ausstoss mit maximal 50 fertiggestellten Coupés sehr gering. Gleichzeitig sorgte die zeitaufwendige Produktion für einen extrem hohen Preis von 1.72 Millionen Yen, was zum damaligen Wechselkurs rund 19'100 Mark oder 20'660 Schweizer Franken waren.

Ähnlichkeiten mit dem Fiat Dino, ebenfalls ein Giugiaro-Entwurf, sind nicht zu übersehen.

Ähnlichkeiten mit dem Fiat Dino, ebenfalls ein Giugiaro-Entwurf, sind nicht zu übersehen.

RM Sotheby’s / www.zwischengas.com
Für Fans zählt der Isuzu 117 zu den schönsten je gebauten japanischen Autos.

Für Fans zählt der Isuzu 117 zu den schönsten je gebauten japanischen Autos.

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Die Zierleiste im Kühlergrill gehört hier eigentlich nicht hin. Sie stammt von einem früheren Modell.

Die Zierleiste im Kühlergrill gehört hier eigentlich nicht hin. Sie stammt von einem früheren Modell.

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Der 1,6-Liter-Vierzylinder des 117 war Japans erster DOHC-Motor und leistete 120 SAE-PS bei 6400 Umdrehungen. Die restliche Technik samt hinterer Starrachse an Blattfedern übernahm der 117 unverändert von der Florian-Limousine. Im November 1970 erschien der Isuzu 117 Coupé EC mit Bosch-D-Jetronic, die die Motorleistung auf 130 SAE-PS erhöhte und den 117 zum ersten japanischen Serien-Auto mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung machte. Zusätzlich bot Isuzu auch einen neuen 1800er-Vierzylinder mit nur einer Nockenwelle und zwei Vergasern an, der 115 SAE-PS leistete.

Start der Serienproduktion

1971 stieg General Motors bei Isuzu ein. Nun konnte Isuzu endlich in neue Fertigungsanlagen investieren und mit der Serienproduktion im eigentlichen Sinne beginnen. Diese sogenannte erste Serie unterschied sich in einigen Details von den Ur-Modellen. Unter anderem wurden die vorderen Blinker breiter und sassen nun unterhalb der Stossstange. Am Heck ersetzte nun ein Leuchtenband über die gesamte Fahrzeugbreite die bisherigen Rückleuchten. Der 1,6-Liter-Motor wurde aus dem Programm genommen. Stattdessen war nun der 1800er in vier verschiedenen Versionen erhältlich: 117 XT (eine Nockenwelle, ein Vergaser, 100 SAE-PS), 117 XC (eine Nockenwelle, zwei Vergaser, 115 SAE-PS), 117 XG (zwei Nockenwellen, zwei Vergaser, 125 SAE-PS) und 117 XE (zwei Nockenwellen, Einspritzung, 140 SAE-PS). Ab Mai 1975 war auch eine Dreigang-Automatik lieferbar, ein Jahr später erhielten alle 117 ein Fünfganggetriebe.

Neue Scheinwerfer beim Facelift

Zum Modelljahr 1978 erhielt der 117 sein nächstes Facelift. Auffälligste Änderung waren die die eckigen Doppelscheinwerfer an der Front sowie die dickeren Stossfänger mit breiter schwarzer Kunststoff-Auflage vorn und hinten. Aus der Frontschürze wuchs ein kleiner Spoiler. Im November 1978 wurde der 1800er auf 1949 Kubikzentimeter Hubraum vergrössert, um die Leistungseinbussen durch die Abgasvorschirften zu kompensieren. Als letzte Motor-Variante erschien im Dezember 1979 der 117 XD mit 2,2-Liter-Saugdiesel und machte den Isuzu zum Serien-Sportwagen mit Dieselmotor.

Im Mai 1981, nach zwölfeinhalb Jahren Produktionszeit und immerhin 85'549 gebauten Exemplaren, darf der 117 endlich abtreten. Seine Nachfolge tritt der Isuzu Piazza an, den wieder Giorgio Giugiaro gestalten durfte.

Eine ausführliche Modellchronik sowie viele weitere Bilder gibt es auf www.zwischengas.com zu lesen und zu sehen.

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