Japanischer Zerstörer unterwegs nach China
Aktualisiert

Japanischer Zerstörer unterwegs nach China

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ist ein japanisches Kriegsschiff nach China aufgebrochen. Zwar handelt es sich beim in Hiroshima ausgelaufenen Schiff um einen Zerstörer - an Bord sind aber Hilfsgüter für die Erdbebenopfer.

Der Zerstörer «Sazanami» verliess am Donnerstag den Hafen Kure nahe Hiroshima. Er soll am kommenden Dienstag in Zhangjiang in der südschinesischen Provinz Guangdong ankommen.

Beziehungen verbessert

Das Schiff hat 240 Hilfskräfte sowie Hilfsgüter für die Erdbebenopfer in Südchina an Bord. Während eines fünftägigen Aufenthalts dort will die Besatzung der «Sazanami» an mehreren Veranstaltungen in China teilnehmen. Unter anderem ist ein gemeinsames Konzert mit Chinesen geplant.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten sich nach einem Treffen des japanischen Regierungschefs Yasuo Fukuda mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao Anfang Mai sichtlich entspannt. Zuletzt kündeten beide Staaten am Mittwoch an, gemeinsam ein Erdgasfeld im Ostchinesischen Meer erschliessen zu wollen.

Zehntausende evakuiert

Aus Angst vor Überschwemmungen und Erdrutschen brachten die chinesischen Behörden unterdessen 72 000 Menschen aus dem Erdbebengebiet in Sicherheit. Im Süden des Landes, wo die Regenfälle bislang am stärksten sind, starben mindestens 176 Menschen.

Im Erdbebengebiet ist die Situation besonders kritisch, weil dort Millionen Menschen wegen der Naturkatastrophe in provisorischen Unterkünften leben. (sda)

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