Basel - Jazzclub weigert sich, Zertifikatspflicht umzusetzen – geschlossen
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BaselJazzclub weigert sich, Zertifikatspflicht umzusetzen – geschlossen

Auf Anordnung des kantonalen Gesundheitsdepartements wurde in Basel ein Veranstaltungsbetrieb geschlossen. Es handelt sich dabei um den bekannten Jazzclub Bird’s Eye.

von
Lukas Hausendorf
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Der bekannte Basler Jazzclub Bird’s Eye wollte die Zertifikatspflicht nicht umsetzen und wurde auf Geheiss des Gesundheitsdepartements geschlossen.

Der bekannte Basler Jazzclub Bird’s Eye wollte die Zertifikatspflicht nicht umsetzen und wurde auf Geheiss des Gesundheitsdepartements geschlossen.

20 Minuten/Alexia Mohanadas
Abgesagt: Das Programm im Basler Jazzclub Bird’s Eye ist wegen der behördlichen Schliessung bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Abgesagt: Das Programm im Basler Jazzclub Bird’s Eye ist wegen der behördlichen Schliessung bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

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Mit einer Beschränkung auf maximal 30 Personen im Gewölbekeller, Masken- und Abstandspflicht glaubten die Betreiber, das Zertifikat umgehen zu können. Diese Argumentation liess das Basler Gesundheitsdepartement aber nicht gelten und verfügte per 17. September die Schliessung des Lokals.

Mit einer Beschränkung auf maximal 30 Personen im Gewölbekeller, Masken- und Abstandspflicht glaubten die Betreiber, das Zertifikat umgehen zu können. Diese Argumentation liess das Basler Gesundheitsdepartement aber nicht gelten und verfügte per 17. September die Schliessung des Lokals.

20 Minuten/Alexia Mohanadas

Darum gehts

  • In Basel wurde auf Anordnung des Gesundheitsdepartements ein Veranstaltungslokal geschlossen, das sich weigerte, die Zertifikatspflicht umzusetzen.

  • Es handelt sich dabei um den stadtbekannten Jazzclub Bird’s Eye.

  • Die Betreiber kritisieren den Entscheid der Behörde und wollen ihn juristisch überprüfen lassen.

Der Betreiber des Lokals sei nicht bereit gewesen, seine Vorgehensweise zu ändern, erklärte das Basler Gesundheitsdepartement seinen Entscheid, ein Basler Veranstaltungslokal zu schliessen. Welches Lokal sich standhaft der Umsetzung der Zertifikatspflicht verwehrte, machte die Behörde aber auch auf Nachfrage nicht bekannt.

Es handelt sich dabei um den stadtbekannten Jazzclub Bird’s Eye. Dieser geriet schon im September in die Schlagzeilen, weil er punkto Zertifikatspflicht einen Sonderweg einschlug. Mit einer Beschränkung auf maximal 30 Personen im Gewölbekeller, Masken- und Abstandspflicht glaubten die Betreiber, das Zertifikat umgehen zu können. «Wir wollen Konzertbesucher und Künstler nicht zum Zertifikat zwingen und fühlen uns auch nicht verpflichtet, dies zu kontrollieren», erklärte der künstlerische Leiter Stephan Kurmann damals der «Basler Zeitung».

Der Jazzclub berief sich dabei auf Artikel 14a des der Covid-19-Verordnung, wonach Vereinsveranstaltungen mit maximal 30 Personen, die dem Organisator bekannt sind, auch ohne Zertifikat möglich seien. Der Jazzclub, der auch mit öffentlichen Geldern gefördert wird, betont, dass man sich bis jetzt an sämtliche Regeln und Vorgaben von Bund und Kanton gehalten habe. «Mit der Zertifikatspflicht wurde für uns indes eine Grenze überschritten», so das Bird’s Eye. Man wolle diese Trennung der Gesellschaft nicht unterstützen. Diese Argumentation liess das Basler Gesundheitsdepartement aber nicht gelten und verfügte per 17. September die Schliessung des Lokals.

«Überstürzter Entscheid ohne vorgängigen Dialog»

«Ohne sich ein Bild zu machen und das überarbeitete Schutzkonzept zu prüfen», wie das Bird’s Eye in einer Medienmitteilung schreibt. Der Betrieb spricht von einem «überstürzten Entscheid», der ohne vorgängigen Dialog erfolgt sei. Man werde deshalb auf juristischem Wege prüfen lassen, ob diese «drastische Massnahme» rechtmässig gewesen sei.

Die Verfügung des Gesundheitsdepartements ist anfechtbar, allerdings hat ein Rekurs keine aufschiebende Wirkung.

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