Aktualisiert 21.03.2019 07:36

Auto-Versicherungen

Je nach Anbieter bis zu 90 Prozent höhere Prämie

Bei der Autohaftpflichtversicherung sind die Leistungen gesetzlich fixiert, nicht die Preise: Eine Comparis-Analyse zeigt Unterschiede von bis zu 91 Prozent.

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lab/pd
Die Kosten für eine Versicherung eines VW Golf variieren je nach Anbieter bis zu 91 Prozent.

Die Kosten für eine Versicherung eines VW Golf variieren je nach Anbieter bis zu 91 Prozent.

VW

Das Gesetz schreibt die Grundleistungen der obligatorischen Autohaftpflichtversicherung vor. Die Versicherer verkaufen das Produkt allerdings mit markanten Prämienunterschieden. Die Preise für die Versicherung eines VW Golf variieren je nach Anbieter um bis zu rund 91 Prozent. Bei Junglenkern beträgt der Prämienunterschied zwischen den Anbietern rund 80 Prozent. Das zeigt eine Analyse der Nettoprämien bei elf Schweizer Versicherern durch den Online-Vergleichsdienst comparis.ch.

Die grössten Preisunterschiede bestehen bei den männlichen Lenkern: Generali und Die Mobiliar verlangen für eine Autohaftpflichtversicherung 530 Franken – bei der Mobiliar inbegriffen sind allerdings eine nicht abwählbare 24-Stunden-Assistance und ein Rechtsschutz. Das ist rund 91 Prozent mehr als bei Smile.direct (278 Franken). Für Frauen beträgt der Preisunterschied 80 Prozent; mit einer Prämie von 510 Franken bei Generali und 504 Franken bei Die Mobiliar gegenüber 284 Franken bei Smile.direct.

Junglenkerinnen nicht immer günstiger

Nicht ganz so extrem – aber ebenfalls gross – sind die Prämienunterschiede für Junglenker. Unter 25-jährige Männer bezahlen bei Zurich 770 Franken (mit eingeschlossen ins Angebot ist ein nicht abwählbarer Schadenfreiheitsbonus: Nach drei schadenfreien Jahren werden 10 Prozent der einbezahlten Prämien zurückerstattet) und damit 79 Prozent mehr als bei Axa mit 431 Franken. Auch Junglenkerinnen können sogar je nach Anbieter bis zu 81 Prozent sparen. Teuerster Anbieter ist auch hier Zurich mit 745 Franken. Axa veranschlagt demgegenüber für dieselbe Leistung 411 Franken.

Nicht immer bestätigt sich zudem das Klischee von den teuren Prämien für Männer. Das gilt im Besonderen für junge Lenker. Bei Generali zahlen Junglenkerinnen mehr als junge Männer; nämlich 17 Prozent.

Unterschiedliche Serviceleistungen

Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer sieht die Preisunterschiede hauptsächlich in den unterschiedlichen Unternehmensstrategien begründet: «Die Versicherer setzen denselben Autolenker auf unterschiedliche Bonusstufen». Das gelte im Besonderen für Junglenker. Allerdings bedeute eine tiefe Bonusstufe nicht zwingend eine günstige Prämie.

«Autofahrer sollten bei der Wahl der Autohaftpflichtversicherung zudem unbedingt auf die eigenen Bedürfnisse achten», so Auer. Bei Direktversicherern gäbe es etwa keine Agenturen oder Papierrechnungen mehr. «Wer den persönlichen Kontakt mit dem Versicherungsberater wünscht, fährt mit einem teureren Angebot besser», sagt Auer. In jedem Fall lohne es sich, jährlich die eigenen Bedürfnisse und Prämien zu überdenken.

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