Studie: Je öfter das Kind fremdbetreut wird, desto höher ist das Risiko für ADHS 
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StudieJe öfter das Kind fremdbetreut wird, desto höher ist das Risiko für ADHS 

Eine Langzeitstudie mit Kindern aus der Stadt Zürich hat ergeben, dass Fremdbetreuung einen Einfluss auf das Verhalten der Kleinen haben kann.

von
Yasmin Rosner
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Die Art der Kinderbetreuung scheint einen Einfluss auf das Verhalten der Kleinen zu haben. (Symbolbild)

Die Art der Kinderbetreuung scheint einen Einfluss auf das Verhalten der Kleinen zu haben. (Symbolbild)

imago/Ritzau Scanpix
Je mehr Zeit die Kinder in einer Kindertagesstätte (Kita) verbracht hatten, desto eher zeigten sich aggressives und depressives Verhalten oder ADHS-Symptome.

Je mehr Zeit die Kinder in einer Kindertagesstätte (Kita) verbracht hatten, desto eher zeigten sich aggressives und depressives Verhalten oder ADHS-Symptome.

imago images/MASKOT

Darum gehts

  • Eine Langzeitstudie zwischen 1997 und 2002 hat die Auswirkungen der Fremdbetreuung der Kinder auf deren Verhalten untersucht.

  • Dabei wurde das Verhalten von 1300 Stadtzürcher Kindern und Jugendlichen angeschaut.

  • Das Ergebnis deutet auf eine erhöhte Verhaltensauffälligkeit hin, wenn ein Kind fremdbetreut wurde.

  • Die Ursachen sind aber noch unbekannt.

  • Auch Rückschlüsse auf heutige Kita-Einrichtungen lassen sich nicht ziehen.

Welchen Einfluss hat die Fremdbetreuung der Kinder auf deren Verhalten? Dieser Frage wollte man in einer Langzeitstudie der Universität Zürich auf den Grund gehen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Dafür wurde das soziale Verhalten von 1300 Stadtzürcher Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 20 Jahren untersucht, indem unter anderem Eltern, Lehrpersonen und Kinder mehrmals über einen Zeitraum von mehreren Jahren befragt wurden. Eine der Fragen war, von wem die Kinder zwischen 1997 und 2002 betreut wurden. 

Das Ergebnis: Je mehr Zeit die Kinder in einer Kindertagesstätte (Kita) verbracht hatten, desto eher zeigten sich aggressives und depressives Verhalten oder ADHS-Symptome. Nicht nur Kita-Aufenthalte könnten zu solch einer Verhaltensänderung führen, auch die Betreuung von Tagesmüttern oder in Spielgruppen würde solches hervorrufen können. Mit Ausnahme von den ADHS-Symptomen würden andere Verhaltensveränderungen «mit zunehmendem Alter der Kinder» abnehmen und «mit etwa 13 Jahren weitgehend» verschwinden, sagt Studienautorin Margit Averdijk gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Die Ursachen aber seien noch nicht genau geklärt. Averdijk: «Die Studiendaten sind zwar von hoher Qualität. Aber es handelt sich um Befragungsdaten, und diese lassen nicht immer klare Rückschlüsse auf ursächliche Zusammenhänge zu.» Die Studie würde aber Erklärungsansätze für die Verhaltensunterschiede liefern. 

Zudem dürfe man die Ergebnisse nicht eins zu eins auf heutige Einrichtungen übertragen, da sich das Qualitätsverständnis der Kinderbetreuung gewandelt habe. So sagt Estelle Thomet vom Verband Kinderbetreuung Schweiz, dass sich die Branche in den letzten zwei Jahrzehnten stärker professionalisiert habe und es ein grösseres Angebot gebe. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Depression?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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