Aktualisiert 02.10.2011 10:57

Tom Lüthi«Je weniger Benzin im Tank, desto besser»

Tom Lüthi spricht nach dem 3. Rang beim GP von Japan über seinen ersten Podestplatz seit zwölf Rennen, über die Polemik um Töfflieferant Eskil Suter und sagt, warum es wieder läuft.

von
zvg

Nach dem 2. Starplatz ist der erste Podestplatz seit dem 3. April in Jerez fast logisch?

Tom Lüthi: Ja. Der Podestplatz ist das Resultat unserer Arbeit während des ganzen GP-Wochenendes. Ich war in allen vier Trainings nie schlechter als auf Platz drei. Die Konstanz auf diesem hohen Niveau hat sich schliesslich im Rennen ausgezahlt.

Wie gross ist die Erleichterung über dieses Resultat nach den vielen Rückschlägen?

Da muss ich korrigieren: Auch wenn ich seit Jerez nie mehr einen Podestplatz herausgefahren habe – es war seither nicht eine Zeit mit lauter Rückschlägen. Wir haben uns nie vom Weg abbringen lassen und in den letzten Wochen langsam aber stetig Fortschritte erzielt und nun für unsere Arbeit die Bestätigung bekommen.

Sie haben nach dem Start etwas den Anschluss an die Spitzengruppe verloren – waren es die gleichen Probleme wie beim letzten Rennen?

Ja. Nach wie vor habe ich bei vollem Benzintank beim Anbremsen Mühe mit meiner Maschine. Je weniger Benzin im Tank, desto besser geht es. Dieses Problem müssen wir noch lösen (weniger Benzin im Tank bedeutet weniger Gewicht auf dem Vorderrad – die Red.)

Sie fuhren in der 12. Runde die bis dahin schnellste Rundenzeit, hatten aber Mühe, an Simone Corsi und Stefan Bradl vorbeizukommen. Warum?

Sowohl Corsi wie auch Bradl hatten eine Maschine mit einer etwas besseren Beschleunigung. Vor allem Bradl musste ich von sehr weit hinten her ausbremsen.

Was liegt in den letzten drei Rennen noch drin?

Wenn es mir gelingt, das gute Gefühl und die Sicherheit in die nächsten Rennen mitzunehmen und wenn wir das technische Niveau halten können, dann liegt sehr viel drin.

Gerade beim letzten Rennen in Aragon hat es einigen Unmut und Diskussionen gegeben weil der Motorradhersteller Eskil Suter neues Material nur für Marc Marquez, nicht aber für Sie und andere Kunden bereitgestellt hat. Haben Sie nun auch neues Material bekommen?

Nein. Wir haben mit der gleichen Maschine wie in den letzten Rennen gearbeitet. Auch wenn es einige Diskussionen gegeben hat – ich kann Eskil Suter verstehen. Er hat die Möglichkeit, dass mit Marc Marquez erstmals einer mit seinem Töff die Moto2-WM gewinnen kann. Dass er sich in der Schlussphase der WM nun auf Marquez konzentriert finde ich richtig.

Stefan Bradl hat nun nach zwölf Rennen die WM-Führung an Marc Marquez abgeben müssen. Ist das die Vorentscheidung im Kampf um den WM-Titel?

Nein. Marquez liegt bloss einen Punkt vor Bradl. Da ist wirklich noch alles offen und es ist viel zu früh, um von einer Vorentscheidung zu sprechen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.