Aktualisiert 16.02.2005 18:50

Jean Frey wieder auf sicherem Boden

Das Medienhaus Jean Frey etabliert sich in der Gewinnzone. Bei leicht rückläufigem Umsatz stieg der Gewinn 2004 um knapp 18 Prozent auf 10,7 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Auch die Eigenkapitaldecke ist wieder dicker.

«Der Turn-around ist definitiv geschafft», sagte Verlagschef Filippo Leutenegger an der Medienkonferenz. In den vergangenen drei Jahren habe das Unternehmen den Beweis seiner Konkurrenzfähigkeit erbracht. Nach jahrelangen Verlusten war die Jean Frey AG im März 2002 von einer Investorengruppe mit dem Tessiner Financier Tito Tettamanti und dem Zuger Bankier Thomas Matter übernommen worden.

Der Umsatz des Unternehmens schrumpfte letztes Jahr zwar um 1,5 Prozent auf 94,1 Millionen Franken. Der Gewinn stieg aber um knapp 18 Prozent auf 10,7 Millionen Franken. Weil die Aktionäre auf eine Dividende verzichteten, erhöhte sich das Eigenkapital um 10,5 Millionen auf 43,7 Millionen Franken und macht nun 55 Prozent der Bilanzsumme aus. «Damit verfügen wir wieder über ein gesundes Fundament», sagte Finanzchef Marcel Hürlimann.

Mit einem Gewinn von rund sechs Millionen Franken war der «Beobachter» am profitabelsten. Dank seines Beratungszentrums habe der Titel eine hohe Leserbindung und entsprechend stabile Auflagezahlen, sagte Leutenegger. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» und die Fernsehzeitschrift «TV Plus» erwirtschafteten laut den Angaben Gewinne von je rund zwei Millionen Franken, während die «Weltwoche» auf ein ausgeglichenes Resultat kam.

Die «Weltwoche» habe im Herbst 2003 einen Auflageknick erlitten, sagte Leutenegger. Ob dies auf die Empfehlung des damaligen Chefredaktors Roger Köppel zurückgehe, bei den eidgenössischen Wahlen die SVP zu unterstützen, sei aber offen. «Nach einem steilen Aufstieg ist eine erhöhte Fluktuation normal», sagte er. Unter Köppels Nachfolger Simon Heusser zeige die Auflage der «Weltwoche» wieder nach oben.

Auch die «Bilanz» hat den Einbruch der Wirtschaftspresse inzwischen verdaut. Die Umstellung vom monatlichen auf einen zweiwöchigen Erscheinungsrhythmus steigere die Kosten nur um eine Millionen Franken, mache den Titel aber wesentlich attraktiver für die Werbung, sagte Leutenegger.

Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit wachsender Konkurrenz durch das «Magazin» des Tages-Anzeigers, das neu auch in Basel, Bern und Solothurn erscheint. Vom Konkurrenzkampf profitierten aber auch die Jean-Frey-Titel, sagte Leutenegger: «Die Aufmerksamkeit verlagert sich dadurch automatisch von den Sonntagszeitungen zu den Magazinen und Zeitschriften.»

(dapd)

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