«Jeanne» fordert in Florida sechs Todesopfer
Aktualisiert

«Jeanne» fordert in Florida sechs Todesopfer

Hurrikan «Jeanne» hat in Florida mindestens sechs Menschenleben gefordert. Zwei Menschen starben bei einem Verkehrsunfall, ein Junge wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen, mindestens ein Mann ertrank, wie die Behörden mitteilten.

«Jeanne» hatte in der Nacht zum Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 Kilometern pro Stunde die Atlantikküste nördlich von Miami erreicht.

Häuser wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt, Trümmer, die zum Teil noch von den letzten Stürmen herumlagen, wirbelten durch die Luft. Fast horizontal prasselte heftiger Regen auf die Küste bei Stuart ein. Auf dem Atlantik wurden Wellen mit einer Höhe von 7,20 Metern registriert, in der Brandung schwammen Trümmer von Mobilhäusern. In 1,2 Millionen Haushalten fiel der Strom aus.

Die Behörden hatten rund zwei Millionen Bewohner entlang der Küste vom äussersten Süden bis hin nach Georgia aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Zusätzlich wurde am Samstagabend eine Ausgangssperre verhängt.

Im US-Raumfahrtzentrum in Cape Canaveral richtete der Sturm zwar ebenfalls Schäden an, insgesamt blieben die Beschädigungen aber hinter den Befürchtungen zurück. Auf dem gesamten Gelände waren am Sonntag Teile von abgerissenen Dachbedeckungen zu sehen, und in dem 158 Meter hohen Montagegebäude klafften einige Löcher. Doch die Verantwortlichen der NASA hatten Schlimmeres befürchtet. «Wir hatten gerade einen Dankgottesdienst, da wir uns alle erleichtert fühlten, dass die Sache so für uns abgegangen ist», erklärte NASA-Sprecher George Diller.

«Jeanne» war bereits der dritte Hurrikan innerhalb eines Monats, der über das Kennedy Space Center in Florida hinweggefegt ist. Die Wirbelstürme haben die NASA in ihren Vorbereitungen auf eine Wiederaufnahme der Raumfährenflüge um Wochen zurückgeworfen. Der Start der ersten Raumfähre seit dem Absturz der «Columbia» am 1. Februar 2003 im Frühjahr kommenden Jahres ist gefährdet. Vermutlich in der kommenden Woche wird die Entscheidung darüber fallen, ob der Start der Raumfähre «Discovery» wie geplant im März oder April erfolgen kann. (dapd)

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