Aktualisiert 27.09.2004 21:37

Jeanne in Florida: 6 Tote und Milliardenschäden

Der Tropensturm «Jeanne» hat bei seinem Zerstörungszug durch den US-Bundesstat Florida mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen.

Zwei Seeleute und ein Surfer wurden am Montag nach amtlichen Angaben noch vermisst.

Ein 15-jähriger Junge wurde vor einem Baum erschlagen, ein Mann starb infolge eines Stromschlags durch eine herunter gerissene Leitung, und zwei Menschen wurden in ihrem Fahrzeug in einen See gerissen und ertranken.

Ein Autofahrer kam ums Leben, als sein Fahrzeug im Sturm umstürzte. Ein 60 Jahre alter Mann wurde tot in seinem überfluteten Haus gefunden. Die Küstenwache hat inzwischen die Suche nach einem Surfer aus Miami Beach, der seit Ankunft des Sturms vermisst wird, eingestellt.

Richtung Norden weitergezogen

«Jeanne» war in der Nacht zum Sonntag mit Geschwindigkeiten bis zu 190 Studenkilometern über Florida gerast, hatte Häuser zerstört, Bäume und Ampeln umgeknickt und Strassen überflutet. Etwa 2,3 Mio. Haushalte waren am Montag noch ohne Stromversorgung.

Am Morgen zog der Tropensturm in nördliche Richtung zum benachbarten Bundesstaat Georgia weiter. Die Windgeschwindigkeiten schwächten sich dabei auf rund 85 Kilometer pro Stunde ab. In Florida werden nun weitere Überschwemmungen erwartet.

US-Präsident George W. Bush erklärte den Staat zum Katastrophengebiet. Sein Bruder, Gouverneur Jeb Bush sprach vor Journalisten von «historischen» sechs Wochen.

25 Mrd. Schäden

Die Serie der Hurrikans hat nach Angaben der US-Behörde für Katastrophenmanagement zur grössten Hilfsaktion in der amerikanischen Geschichte geführt - grösser noch als nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Ersten Schätzungen zufolge richteten die vier Hurrikane der vergangenen sechs Wochen bis zu 25 Mrd. Dollar Schaden an. Davon rühren vier bis acht Mrd. Dollar von «Jeanne», wie die auf Katastrophenschäden spezialisierte US-Agentur Risk Management Solutions mitteilte.

1650 Tote auf Haiti

Weit verheerendere Folgen hatte «Jeanne» jedoch auf Haiti. Dort stieg die Zahl der Toten nach Regierungsangaben auf etwa 1650. Noch immer werden etwa 800 Menschen vermisst. In der Stadt Gonaïves lebten auch eine Woche nach den schwersten Unwettern viele Menschen auf den Dächern ihrer Häuser.

Angesichts der zahlreichen Vermissten wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer sich auf 2000 erhöhen könnte. Die UNO- Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) kündigte Hilfen für die Region an.

(sda)

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