03.01.2016 13:58

Manager-UmfrageJede dritte Firma würde Flüchtlinge anstellen

Rund ein Drittel der Schweizer Unternehmen wäre bereit, Flüchtlinge zu beschäftigen. Laut einer Umfrage sehen viele Manager Chancen in der Migration.

von
vb

Die Flüchtlingsströme in Europa geben auch in Schweizer Teppichetagen zu reden. Viele Firmen sehen die Chance, einen Beitrag zu leisten. Das zeigt die diesjährige Manager-Umfrage der «Sonntagszeitung». Demnach ist jedes dritte Schweizer Grossunternehmen grundsätzlich dafür offen, Flüchtlingen Arbeit anzubieten. Auf die Frage, ob sie vorübergehend Flüchtlinge beschäftigen würden, antworteten 37 Prozent der befragten Schweizer Manager mit «ja, möglicherweise». 43 Prozent hingegen sagten «nein, eher nicht». 7 Prozent schlossen eine Beschäftigung von Flüchtlingen kategorisch aus, 13 Prozent machten zu der Frage keine Angaben.

Viele Schweizer Chefs können der Flüchtlingskrise positive Seiten abgewinnen. Wirtschaftlich helfe die Zuwanderung, die Überalterung der Gesellschaft zu mindern, sagt etwa Patrick Maier, Chef von Manpower Schweiz. «Wir als Intermediäre im Arbeitsmarkt sind auf Talente angewiesen, wo auch immer sie herkommen.» PWC-Schweiz-Chef Urs Honegger sagt, dass mit neuen, jungen Arbeitskräften die Sozialsysteme entlastet werden könnten. Zudem erhöhe die Migration die kulturelle Vielfalt der Schweiz. Auch Mobiliar-Chef Markus Hongler sieht im Zuzug von Flüchtlingen Vorteile für die demografische Entwicklung – sofern die Integration der Menschen gelinge.

Viele offene Fragen

Dennoch herrscht auch viel Unsicherheit bei Arbeitgebern und Verbänden, was die Anstellung von Flüchtlingen betrifft – Fragen werfen etwa die Rechtslage oder die Folgen einer Einstellung von Migranten auf. Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands fordert, dass bei Flüchtlingen möglichst schnell über das Bleiberecht entschieden werden müsse. Damit habe der Arbeitgeber Klarheit, ob es sich lohnt, in eine Ausbildung zu investieren. Der Gewerbeverband sieht Hürden bei der Einschätzung des Wissensstands der Flüchtlinge. «Oftmals scheitert eine Einstellung auch an mangelnden Sprachkenntnissen», sagt Direktor Hans-Ulrich Bigler.

Der Bundesrat will Migranten besser in den Arbeitsmarkt integrieren und sogenannte Flüchtlingslehren anbieten. Im Rahmen dieses Pilotprojekts sollen ab 2018 jährlich bis zu 1000 anerkannte oder vorläufig aufgenommene Flüchtlinge berufliche Grundkompetenzen erhalten.

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