Verunglücktes U-Boot in Indonesien - Kommandant Heri Oktavian (42) war ein «natürlicher Führer»

Verunglücktes U-Boot in IndonesienKommandant Heri Oktavian (42) war ein «natürlicher Führer»

In Indonesien verschwand während eines Manövers vor der Küste von Bali ein U-Boot mit 53 Seeleuten an Bord. Nun ist es traurige Gewissheit: Die «KRI Nanggala-402» ist verunglückt, die Besatzung tot.

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Die Armee informiert an einer Medienkonferenz über den Stand der Dinge.

Die Armee informiert an einer Medienkonferenz über den Stand der Dinge.

REUTERS
Veröffentlicht werden erste Bilder Unglücks.

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AFP
Es handelt sich dabei um ein 60 Meter langes Jagd-U-Boot.

Es handelt sich dabei um ein 60 Meter langes Jagd-U-Boot.

AFP

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Montag, 26.04.2021

Kommandant war «natürlicher Führer»

Indonesien trauert um die 53 Seeleuten des vor Bali verunglückten U-Boots. Der Kommandant der «KRI Nanggala-402» wird als Held gewürdigt. Der 42-jährige Oberstleutnant Heri Oktavian sei ein «natürlicher Führer» gewesen, schrieben am Montag seine ehemaligen Dozenten an der Rajaratnam School of International Studies in Singapur. Dort hatte Oktavian einen Master in Strategic Studies abgeschlossen. Später absolvierte Oktavian die Militärakademie bei der indonesischen Bundeswehr.

Kommandant Heri Okativian

Kommandant Heri Okativian

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Eine Militärübung unter Wasser im November 2019 wird nun in indonesischen Medien wieder aktuell. Zu einem Video, das eine Crew bei einer U-Boot-Anlage zeigt, hatte Okatvian geschrieben: «Wenn Sie in den Nachrichten nicht darüber lesen, heisst es, dass es uns gut geht. Aber wenn Sie dies in den Nachrichten finden, beten Sie bitte für uns.»

Sonntag, 25.04.2021

Bergung könnte Monate dauern

Laut Indonesiens Militär war die «KRI Nanggala 402» noch seetüchtig. Experten gehen jedoch davon aus, dass auch das Alter bei der Suche nach der Unglücksursache eine Rolle spielen wird.

Die Bergung des U-Boots dürfte sich jedoch als schwierig und gefährlich erweisen, sagte Marinechef Yudo Margono am Sonntag. «Ich würde es gerne bergen lassen, aber wie bringen wir es aus dieser Tiefe nach oben», fragte er.

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Päsident Widodo bekundet sein Beileid

Indonesiens Präsident Joko Widodo sprach den Angehörigen der U-Bootbesatzung sein tief empfundenes Beileid aus. Die vermissten Seeleute bezeichnete er als Indonesiens «beste Patrioten».

U-Boot gefunden, gesamte Besatzung im Dienst verstorben

Vier Tage nach seinem Verschwinden vor der Küste Balis ist das indonesische Marine-U-Boot gefunden worden. Dies teilte der Armeechef des südostasiatischen Landes, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, am Sonntag mit.

«Mit diesem authentischen Beweis können wir bestätigen, dass die KRI Nanggala 402 gesunken ist und alle 53 Seeleute an Bord im Dienst gestorben sind», sagte Tjahjanto bei einer Pressekonferenz.

Das knapp 60 Meter lange U-Boot aus deutscher Produktion hatte während einer Übung am frühen Mittwochmorgen den Kontakt zur Flotte verloren. Es befand sich zu dem Zeitpunkt rund 95 Kilometer nördlich von Bali. Am Samstag meldete die Marine den Fund von Gegenständen, darunter eine Flasche mit Schmierstoff für das Periskop und eine Torpedohülle. An der Suche nach dem Wrack waren Schiffe und Flugzeuge verschiedener Nationen beteiligt.

AFP

An der Stelle, an der das U-Boot das letzte Mal abgetaucht sei, seien Wrackteile und Gegenstände aus seinem Inneren gefunden worden, darunter diesen grellorangefarbenen Rettungsanzug.

U-Boot brach wohl in 800 Metern Tiefe auseinander

Das vor der Insel Bali verschwundene indonesische Militär-U-Boot mit 53 Menschen an Bord ist gesunken. Nachdem ein Suchtrupp am Samstag Trümmerteile entdeckt hatte, konzentrierte sich die indonesische Marine am Sonntag nach eigenen Angaben darauf, die genaue Position des gesunkenen U-Boots zur Bergung weiterer Überreste zu bestimmen. Die Marine geht davon aus, dass die in Deutschland gebaute «KRI Nanggala 402» in rund 800 Metern Tiefe auseinandergebrochen ist. Hoffnung auf Überlebende gibt es demnach nicht.

In dem U-Boot gab es nach Behördenangaben möglicherweise einen Stromausfall, wodurch die Besatzung nicht mehr auftauchen konnte. Eine Explosion schloss Margono aus. Vielmehr deute alles darauf hin, dass das U-Boot in 800 Metern Tiefe unter dem Wasserdruck auseinanderbrach, da es für diese Tiefe nicht gebaut war.

Eine offizielle Erklärung für das plötzliche Verschwinden des U-Boots haben die Behörden bislang nicht abgegeben. Auch zur Frage, ob das U-Boot möglicherweise überladen war, äusserten sie sich nicht. Das Militär teilte lediglich mit, die «KRI Nanggala 402» sei seetüchtig gewesen.

Präsident Joko Widodo drückte seine «tiefe Trauer» über den Vorfall aus und bezeichnete die vermissten Matrosen als Indonesiens «beste Patrioten».

(AFP)

Ein indonesischer Marineangehöriger hält ein Trümmerteil in der Hand, das vom gesunkenen U-Boot stammen könnte.

Ein indonesischer Marineangehöriger hält ein Trümmerteil in der Hand, das vom gesunkenen U-Boot stammen könnte.

Via REUTERS
Samstag, 24.04.2021

Teile des vermissten U-Boots gefunden

Die indonesische Marine hat den Fund von Gegenständen des vermissten U-Boots vermeldet. Dies deute darauf hin, dass die «KRI Nanggala 402» mit 53 Besatzungsmitgliedern versunken sei und keine Hoffnung mehr bestehe, noch Überlebende zu finden, teilte sie am Samstag mit. Rettungskräfte hätten Teile mit Bezug zu einem Torpedo, eine Schmiermittelflasche und Gebetsteppiche aus dem U-Boot gefunden, sagte Marinestabschef Yudo Margono. Indonesien erklärte das U-Boot offiziell für versunken.

«Mit den authentischen Beweisstücken, die wir gefunden haben und von denen vermutet wird, dass sie von dem U-Boot stammen, sind wir jetzt von der U-Boot-vermisst-Phase zu U-Boot versunken übergegangen», sagte Margono. Der Sauerstoffvorrat war nach offiziellen Angaben am Samstagfrüh (Ortszeit) aufgebraucht. Die aufgefundene Schmiermittelflasche sei vermutlich zum Ölen des Sehrohrs verwendet worden, sagte Margono.

Das in Deutschland gebaute U-Boot verschwand am Mittwoch vor Bali. Indonesien hatte es seit 1981 im Dienst.

(DPA)

Unterstützung aus Australien und den USA

Bei der Suche nach dem U-Boot haben sich am Samstag auch ein australisches Kriegsschiff und ein amerikanischen Spezialflugzeug beteiligt. Im Laufe des Tages wurde auch das Bergungsschiff MV Swift Rescue der Marine Singapurs sowie Schiffe aus Malaysia und Indien bei der Aktion vor der Küste Balis erwartet, sagte Djawara Whimbo, Sprecher der indonesischen Streitkräfte. Nach Berechnungen der indonesischen Marine reichten die Sauerstoffreserven an Bord des U-Boots KRI Nanggala-402, das mit 53 Mann Besatzung seit Mittwoch vermisst wird, nur noch bis Samstagmorgen. (DPA)

Freitag, 23.04.2021

Angehörige warten auf Nachrichten

Der indonesische Präsident Joko Widodo wollte am Freitag in die Hafenstadt Banyuwangi auf Java reisen, von der die Rettungsschiffe in See gestochen waren. Banyuwangi liegt vor der Küste von Bali. In einer Fernsehansprache hatte er zuvor die Menschen aufgefordert, für die Rettung der Seeleute zu beten. «Den Familien der Besatzung möchte ich sagen, dass ich ihre Gefühle verstehen kann und dass wir unser Bestes tun, um alle Crew-Mitglieder an Bord zu retten.»

Angehörige warteten derweil auf Nachrichten von den Suchtrupps. Yayak Dwi Ernawati sagte, sie glaube an die sichere Rückkehr ihres Schwiegersohnes, der ihre Tochter erst vor zwei Monaten geheiratet habe. «Drei Tage nach der Hochzeit reiste er nach Surabaya ab und hat uns am Montag mitgeteilt, dass er an der Militärübung teilnehmen werde», zitierte die Nachrichtenagentur «Antara News» die Frau. «Wir haben bisher keine vollständigen Informationen vom Militärstützpunkt bekommen.» (DPA)

USA entsendet Fluggeräte

Die Suche konzentrierte sich vorwiegend auf ein Gebiet, in dem am Mittwoch ein Ölfleck im Wasser entdeckt worden war. Laut Marine-Stabschef Yudo Margono wurde in der Region ein metallisches Objekt in 50 bis 100 Metern Tiefe geortet, das «sehr magnetisch» sei. Ob es sich dabei um die «KRI Nanggala-402» handele und ob das Objekt schwebe oder auf dem Meeresgrund sei, sei aber noch unklar, hiess es.

Ein Rettungsteam macht sich ablegebereit.

Ein Rettungsteam macht sich ablegebereit.

Reuters

Die USA teilten mit, Indonesien bei der Suche helfen zu wollen. «Auf Einladung der indonesischen Regierung entsenden wir Fluggeräte, um bei der Suche nach dem vermissten U-Boot zu helfen», twitterte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag (Ortszeit). Verteidigungsminister Lloyd Austin werde am Freitag mit seinem indonesischen Kollegen Prabowo Subianto über weitere Hilfen sprechen. (DPA)

21 Kriegsschiffe im Einsatz

Laut der Deutschen Presse-Agentur sind 21 Kriegsschiffe im Einsatz. Darunter auch ein U-Boot, sagte der Sprecher der Streitkräfte, Achmad Riad. Auch mehrere zivile Schiffe mit Sonartechnik und ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen an Bord suchten das Meer ab. Singapur, Malaysia, Australien, Indien und die USA hätten ebenfalls Schiffe und Flugzeuge geschickt.

Das 1395 Tonnen schwere und knapp 60 Meter lange U-Boot hatte den Kontakt am frühen Mittwochmorgen während einer Übung verloren. Es war in Surabaya auf Java in See gestochen und befand sich zu dem Zeitpunkt etwa 95 Kilometer nördlich von Bali. Die Marine befürchtet, dass das U-Boot 600 bis 700 Meter unter Wasser liegen könnte. Das Schiff ist aber nur dafür ausgelegt, bis zu einer Tiefe von 250 bis 500 Metern zu tauchen. Alles darüber hinaus sei fatal, sagte ein Militärsprecher. An Bord sind 49 Besatzungsmitglieder, drei Kanoniere und der Kommandant. (DPA)

«Rettet unsere Seeleute»

Die Uhr tickt unaufhörlich: Für die Rettung der 53 Seeleute in dem vor Bali vermissten U-Boot bleibt nicht mehr viel Zeit. Experten schätzen, dass der Sauerstoff nur noch bis zum frühen Samstagmorgen reicht. Auch die USA helfen bei der Suche.

Indonesien hat indes die Suche nach dem seit Mittwoch vermissten Militär-U-Boot mit 53 Seeleuten an Bord intensiviert. «Rettet unsere Seeleute», titelte die Zeitung «Jakarta Post» am Freitag. «Jede Sekunde zählt in dieser Rettungsoperation».. Der Kontakt zu der Ende der 1970er-Jahre in Deutschland gebauten «KRI Nanggala-402» war am frühen Mittwochmorgen abgerissen. Seither sucht die indonesische Marine mit Hilfe anderer Länder unermüdlich nach dem Schiff. (DPA)

Militär entdeckt unbekanntes Objekt

Die dramatische Suche nach der vermissten KRI Nanggala-402 spitzt sich zu. Die Luft im U-Boot reicht noch bis am Samstag um 3 Uhr. Nun hat das Militär ein nicht identifiziertes, stark magnetisches Objekt in einer Tiefe zwischen 50 und 100 Metern entdeckt. (AFP)

Sauerstoff wird knapp

Die Suche nach dem seit Mittwoch vor Bali verschollenen Unterseeboot KRI Nanggala dauert an. Gemäss der Marine reicht der Sauerstoff an Bord nur noch 72 Stunden – also bis Samstag um 3 Uhr Ortszeit. (DPA)

Indonesien vermisst ein U-Boot

In Indonesien ist während eines Manövers vor der Küste von Bali ein U-Boot mit 53 Seeleuten an Bord verschwunden. Die Marine hat eine Suche gestartet und Australien und Singapur um Hilfe ersucht. Das mit 53 Seeleuten an Bord vermisste indonesische Militär-U-Boot liegt vermutlich 600 bis 700 Meter unter Wasser. (DPA)

Das U-Boot KRI Nanggala 402 bei einer gemeinsamen Seeübung mit der U.S. Navy.

Das U-Boot KRI Nanggala 402 bei einer gemeinsamen Seeübung mit der U.S. Navy.

U.S. Navy
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