Aktualisiert 02.06.2019 09:40

Neue Studie Jede siebte Mutterschaft führt zur Kündigung

Obwohl eine Schwangerschaft laut Gesetz für keine Nachteile am Arbeitsplatz führen darf, sieht es in der Praxis oft anders aus. Dies zeigt eine neue Studie.

von
fss
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15 Prozent der Mütter kehren nach der Geburt ihres Kindes nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurück.

15 Prozent der Mütter kehren nach der Geburt ihres Kindes nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurück.

Keystone/Gaetan Bally
In den meisten Fällen ist der Grund eine Kündigung oder die fehlende Möglichkeit eines tieferen Pensums.

In den meisten Fällen ist der Grund eine Kündigung oder die fehlende Möglichkeit eines tieferen Pensums.

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Vor 24 Jahren wurde das Gleichstellungsgesetz eingeführt. Trotzdem führt die Mutterschaft verbreitet zu Diskriminierungen.

Vor 24 Jahren wurde das Gleichstellungsgesetz eingeführt. Trotzdem führt die Mutterschaft verbreitet zu Diskriminierungen.

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16 Wochen dauert die Sperrfrist für eine Kündigung nach der Geburt eines Kindes. Weil jedoch viele Krippen keine Babys unter sechs Monaten akzeptieren, kehren laut einer neuen Studie 71 Prozent der Frauen im Schnitt 22 Wochen nach der Geburt wieder zu ihrem Job zurück.

Ein Knackpunkt wie eine Untersuchung, die das Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) im Auftrag des Bundes durchgeführt hat, zeigt. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, führt eine Geburt bei 15 Prozent der Frauen zu einer unfreiwilligen Erwerbslosigkeit.

Grosse Dunkelziffer

In den meisten Fällen ist der Grund eine Kündigung oder die fehlende Möglichkeit eines tieferen Pensums. Die weiteren vier Prozent müssen den Job wegen eines Mangels an Betreuungsplätzen vorübergehend aufgeben.

Vor 24 Jahren wurde das Gleichstellungsgesetz eingeführt. Trotzdem führt die Mutterschaft verbreitet zu Diskriminierungen. Pierre Derivaz, Rechtsanwalt beim Verband Angestellte Schweiz sagt: «Diese Fälle bleiben aber meist im Dunkeln, weil sich nur die wenigsten Betroffenen rechtlich dagegen wehren.»

«Lange Zeit war es ein Tabu, nach Kinderwunsch zu fragen»

2017 kamen lediglich ein Dutzend Fälle vor die Schlichtungsbehörden. Das Problem: Selbst bei einem Erfolg winkt nur eine Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen. Ausserdem fürchten die Frauen, dass sie bei einer Klage ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten.

Doch nicht nur die Schwangerschaft sorgt für eine Diskriminierung. Immer mehr Betriebe fragen bei einem Bewerbungsgespräch nach dem Kinderwunsch. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich, sagt: «Lange Zeit war es ein Tabu, nach dem Kinderwunsch zu fragen. Das hat sich jedoch geändert.» Auch hier lohnt sich eine Klage allerdings fast nie. Den Nachweis zu erbringen, dass die Mutterschaft zur Nichtanstellung führte, ist sehr schwierig.

Haben Sie nach der Geburt Ihres Kindes die Kündigung erhalten? Schreiben Sie uns.

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