1.-Mai-Chaoten am Webpranger: «Jede Verwechslung soll ausgeschlossen werden»

Aktualisiert

1.-Mai-Chaoten am Webpranger«Jede Verwechslung soll ausgeschlossen werden»

Wieder einmal sucht die Polizei Straftäter übers Internet. Sie sollen am 1. Mai gewütet haben. Bis solche Bilder aber unverpixelt gezeigt werden, ist ein enormer Aufwand nötig.

von
20M

Am 24. November hatte die Stadtpolizei die Fotos verpixelt auf ihre Website gestellt. Die Betroffenen hatten Gelegenheit, sich zu melden. Dies taten sie aber nicht.

Auch von Dritten gab es keine Hinweise, die zur Identifikation der Gesuchten führten. Jetzt folgt – angekündigt und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft – die unverpixelte Veröffentlichung.

Ein Täter konnte bereits identifiziert werden

Am offiziellen 1.-Mai-Umzug kam es dieses Jahr bis zum Abend immer wieder zu Scharmützeln, bei denen Polizisten verbal provoziert und gezielt aus dem Pulk heraus mit Stein- und Flaschenwürfen attackiert wurden. Zehn Tatverdächtige konnten bereits ermittelt und identifiziert werden – fünf blieben bis am Dienstag unbekannt.

Im Verlaufe des Tages hat die Stadtpolizei ein Täter von ihrer Internetseite entfernt, da dieser identifiziert werden konnte. Auffällig: Von jedem Täter werden mehrere Fotos gezeigt. «So soll möglichst ein vollständiges Erscheinungsbild abgegeben werden», sagt Marco Cortesi, Medienchef der Zürcher Stadtpolizei.

Jede Verwechslung soll ausgeschlossen werden

Solche Fotos werden von den Polizisten gemacht: «Ab und zu bekommen wir aber auch Bilder aus der Bevölkerung.» Stadt- und Kantonspolizisten hätten sie ausgewertet, eine aufwendige und langwierige Angelegenheit, sagt Cortesi: «Jede Verwechslung soll ausgeschlossen werden.»

Zudem müssen die Bilder nachweislich mit der Straftat zusammenhängen. Veröffentlicht werden sie nur, wenn die Personen auf keinem anderen Wege identifiziert werden können und der Staatsanwalt es anordnet, so Cortesi: «Zudem kündigen wir im Voraus an, bevor wir die Bilder in einem ersten Schritt verpixelt ins Internet stellen.» Dann haben die Täter noch Zeit, um sich zu melden, bis die unverpixelte Veröffentlichung erfolgt.

(20M/sda)

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