Aktualisiert 10.02.2004 11:37

Jede zweite Bergbahn soll verschwinden

Sie sind einfach nicht wirtschaftlich genug: Rund die Hälfte der heute 51 Walliser Bergbahnen stehen wohl in den nächsten 5-10 Jahren vor dem Aus.

Laut einer am Dienstag präsentierten Studie gibt es bald nur noch eins: Jede zweite Bergbahn wird fusionieren oder den Betrieb einstellen müssen.

Betroffen sind aber vor allem kleine Unternehmen in tieferen Höhenlagen. Die 26 Bahnen mit ungenügenden Kennzahlen weisen zusammen einen Umsatzanteil von 14 Prozent auf.

Die Walliser Bergbahnen erwirtschaften jährlich einen Umsatz von 2 Mrd. Fr. und beschäftigen rund 2700 Personen, was rund 1500 Vollzeitstellen betrifft. Die vier grössten Gesellschaften (Zermatt, Saas Fee, Verbier, Montana) erzielen zusammen einen Umsatzanteil von 46 Prozent.

Zusammen mit Graubünden erwirtschaftet das Wallis fast zwei Drittel des gesamten schweizerischen Branchenumsatzes. Wie die gesamte Tourismusbranche leiden die Walliser Bergbahnen an der Stagnation der Winternachfrage und an einer mangelnden Bettenauslastung in den Stationen.

Dazu kommen hausgemachte Probleme wie fehlende Zusammenarbeit, mangelnde Professionalität und ungenügende Rentabilität, wie die Autoren der Studie festhalten.

Die Studie ist vom Kanton Wallis in Auftrag gegeben worden. Die Studie schlägt vor, die Gewährung von öffentlichen Hilfen an strikte Bedingungen - etwa an Restrukturierungen - zu knüpfen. Der jährliche Investitionsbedarf von 130 Mio. Franken soll in erster Linie durch die Unternehmen selbst aufgebracht werden.

(sda)

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