Keine Partys in Zürich?: «Jeder Club, der nun öffnet, wird verrissen»
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Keine Partys in Zürich?«Jeder Club, der nun öffnet, wird verrissen»

Partys sollen in Zürich nicht durchgeführt werden, sagt der Kanton. Ein Nightlife-Experte findet, dass das zu weit geht.

von
tam
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Per sofort hat die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich neue Empfehlungen wegen des Coronavirus erlassen.

Per sofort hat die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich neue Empfehlungen wegen des Coronavirus erlassen.

kein Anbieter/Digitalzh
Zwar bleiben Veranstaltungen unter 1000 Personen weiterhin erlaubt.

Zwar bleiben Veranstaltungen unter 1000 Personen weiterhin erlaubt.

Keystone/Martin Ruetschi
Der Kanton ruft die Bevölkerung aber dazu auf, auf Veranstaltungen mit engen Kontakten zu verzichten.

Der Kanton ruft die Bevölkerung aber dazu auf, auf Veranstaltungen mit engen Kontakten zu verzichten.

Keystone/Gaetan Bally

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich hat per sofort neue Empfehlungen erlassen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Das könnte praktisch das temporäre Aus für das Zürcher Nachtleben bedeuten.

Die Gesundheitsdirektion empfiehlt unter anderem, dass Veranstaltungen mit vielen Personen in engem körperlichen Kontakt in geschlossenen Räumen nicht durchgeführt werden sollen. Sie verbietet Partys also nicht, setzt aber auf die Eigenverantwortung. «Bei solchen Anlässen besteht das Risiko, sich gegenseitig anzustecken, weil sich die Personen nahe kommen – etwa beim Umarmen», sagt Sprecher Marcel Odermatt auf Anfrage.

«Das geht zu weit»

Unter anderem deshalb habe man sich für diese Empfehlung entschieden. Die Empfehlung umfasse vor allem Clubs und andere Lokalitäten wie beispielsweise Bars. Man habe die Empfehlung auch deshalb am Dienstag herausgegeben, damit die Partyveranstalter bis am Wochenende sich vorbereiten und die Lage analysieren könnten.

Wie reagiert das Zürcher Nachtleben auf die Empfehlung? «Das geht definitiv zu weit», findet Alex Flach, Nightlife-Experte und Kommunikationsverantwortlicher mehrerer Clubs. Es bringe nichts, das Sozialleben zu verbieten. Man komme sich ja etwa auch in Zug und Trams nah. «Der Kanton versucht mit dem Druck der Bevölkerung im Rücken die Verantwortung auf die Privatwirtschaft abzuwälzen», so Flach.

«Einige Clubs werden trotzdem öffnen»

Eine ganze Branche sei betroffen. Es handle sich zwar nur um eine Empfehlung, aber jeder Club, der nun öffne, werde verrissen. Dennoch glaubt Flach nicht, dass die Empfehlung das temporäre Aus für das Nachtleben bedeutet: «Einige Clubs werden geschlossen bleiben, andere wie gewohnt geöffnet sein.»

Einzelne Clubs haben sich noch nicht dazu geäussert, ob sie die Partys am Wochenende absagen.

Nachtleben trotz Coronavirus?

Der Bundesrat verbietet Grossveranstaltungen wegen des Coronavirus. Hat dieser Entscheid Einfluss auf das Nachtleben? Wir haben an der Langstrasse in Zürich nachgefragt.
(Video: G. Brönnimann, F. Naef)
(Video: F. Naef / V. Vogler)

Das sagten die Partygänger an der Zürcher Langstrasse am vergangenen Wochenende zum Coronavirus.

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