Aktualisiert 29.09.2009 08:31

Glaube & Religion

Jeder Dritte glaubt an Gott

Die frischgebackene Miss Schweiz Linda Fäh ist nicht allein mit ihrem Glauben an Gott. Laut einer Umfrage ist jeder Dritte in der Schweiz religiös. Vor allem Frauen sind davon überzeugt, dass ihr Leben von einer höheren Macht gelenkt wird.

von
Herbert Schraml

Gibt es nun einen Gott oder nicht? «Ja», finden 37 Prozent der Leser von 20 Minuten Online. «Nein», sind 42 Prozent vom Gegenteil überzeugt. «Jein», denken jene 21 Prozent, die zwar nicht an Gott im religiösen, aber an die Existenz einer höheren Macht im spirituellen Sinne glauben. Dies ergab eine Umfrage unter 3338 Teilnehmern.

Doch nur 45 Prozent derjenigen, die sich selbst als gläubig bezeichnen, bitten auch um Gehör in Form von Gebeten – und auch hier ist die Motivation dahinter verschieden: entweder weil sie an die positive Wirkung von Gebeten glauben (90 Prozent), aus reiner Gewohnheit (8 Prozent), oder einfach, damit sie in den Himmel kommen (2 Prozent). Trotzdem: 7 Prozent beten nur dann, wenn es ihnen oder nahestehenden Menschen schlecht geht.

Unterschiedliche Überzeugungen bei Mann und Frau

Während die Hälfte aller Frauen an Bestimmung glaubt und daran, dass alles im Leben seinen Sinn hat, gibt sich das «starke Geschlecht» zurückhaltender: Bei den Männern sind es nur 29 Prozent, die davon überzeugt sind, dass sie nicht ihres eigenen Glückes Schmied sind, sondern ihr Dasein und Handeln von einer höheren Instanz beeinflusst wird.

Anlass der Umfrage war das Nein der Luzerner Verkehrsbetriebe zu einer Werbekampagne der Schweizer Freidenker-Vereinigung (FVS) auf öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Slogan sollte lauten: «Da ist wahrscheinlich kein Gott, also sorg dich nicht, geniess das Leben» (20 Minuten Online berichtete). Nicht nur die FVS ist über das Verbot wenig erbaut: Auch drei Viertel der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass dies eine Einschränkung der persönlichen Meinungsfreiheit darstellt. «Leben und leben lassen» ist denn auch das Motto der meisten: Während 62 Prozent Verständnis für Nicht- oder Andersgläubige haben, finden nur 4 Prozent «nein, wer nicht an meinen Gott glaubt, ist fehlgeleitet».

«Kirche und Staat gehören getrennt»

Auch die Trennung von Staat und Kirche ist den meisten ein grosses Anliegen: 81 Prozent sind davon überzeugt, dass die Vermischung von Politik und Religion in einem modernen Rechtsstaat wie der Schweiz nichts verloren hat. Trotzdem ist die Situation, wie sie im Moment gehandhabt wird, für viele noch nicht perfekt: 62 Prozent orten noch Verbesserungspotenzial, während 7 Prozent sogar der Meinung sind, dass weniger Trennung besser wäre, «weil wir schliesslich in einem christlich geprägten Land leben».

Glaube im Alltag

Dass gläubig sein nicht gezwungenermassen gleichbedeutend ist mit gläubig leben, zeigt die Antwort auf die Frage, wie sehr der persönliche Glaube den Alltag beeinflusst: Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer mussten sich eingestehen, dass die Umsetzung ihrer Glaubensgrundsätze in der Praxis nicht so einfach ist wie in der Theorie.

An der Online-Umfrage zum Thema Glauben beteiligten sich 3338 User. Die Ergebnisse im Detail finden Sie .

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