Aktualisiert 21.05.2013 17:38

LiebeskummerJeder Dritte leidet wegen Facebook & Co. länger

Als wäre es nicht schwer genug, die Worte «wir müssen uns trennen» auszusprechen – dank sozialer Netzwerke dauert es heute deutlich länger, bis man wirklich voneinander getrennt ist.

von
Viktoria Weber

Wer schon mal eine Beziehung beendet hat oder selber verlassen wurde, weiss, wie weh das tun kann. Auch die Leser von 20 Minuten Online haben diese Erfahrung schon häufiger gemacht. Laut einer nicht-repräsenativen Umfrage, an der 2598 Personen teilgenommen haben, haben 58 Prozent einen bis drei Ex-Partner, bei 27 Prozent sind es drei bis sechs Stück, jeder Zehnte hat mehr als sechs Ex-Freunde oder -Freundinnen. Lediglich fünf Prozent der Befragten haben noch keine Verflossenen.

Doch eine Trennung heute ist nicht das Gleiche wie noch vor zehn Jahren. Denn nur, weil man die Beziehung im echten Leben beendet hat, heisst das nicht, dass sie virtuell nicht weiter besteht: 44 Prozent der Umfrageteilnehmer haben schon mindestens einmal auf ihrem Facebook-Profil angegeben, mit ihrem Partner zusammen zu sein – à la «Max Mustermann ist in einer Beziehung mit Erika Musterfrau». Dieser Status muss ja wieder gelöscht werden, was nicht jedem gleich leicht fällt.

Aus Ex-Partner wird Ex-Facebookfreund

12 Prozent der Betroffenen empfanden es als sehr unangenehm, den Beziehungsstatus von «in einer Beziehung mit...» in «Single» zu ändern. Für weitere 32 Prozent war es kein schöner Moment, aber es ging schon. 39 Prozent sind das Problem umgangen, indem sie den Status nicht verändert haben, sondern ihn ganz aus dem Profil gelöscht haben. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, dass es für sie kein Problem war, den Beziehungsstatus auf Facebook zu ändern. Überraschend dabei: Über die Hälfte der Personen, die einen solchen Beziehungsstatus angegeben hatten, würden es bei der nächsten Partnerschaft wahrscheinlich – oder sogar auf jeden Fall – wieder machen.

Mit einem gelöschten Beziehungsstatus ist es aber für viele Facebook-User noch nicht getan: 40 Prozent der Befragten haben einen oder sogar mehrere Ex-Partner ganz aus der Freundesliste gelöscht. Als Hauptgrund dafür wird genannt: «Weil ich nichts mehr mit ihm oder ihr zu tun haben wollte» (71 Prozent), «weil ich nicht wollte, dass er oder sie meine Einträge sehen kann» (38 Prozent) und «weil ich zu viel Zeit damit verbracht habe, ihm oder ihr hinterher zu spionieren» (27 Prozent). Bei diesem Aspekt macht sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern bemerkbar: Denn diesen letzten Grund nannten deutlich mehr Frauen (30 Prozent) als Männer (24 Prozent).

Frauen quälen sich gerne selbst

Dass Frauen trotz einer Trennung gerne wissen wollen, was der Verflossene so treibt, zeigt sich auch hier: 37 Prozent der weiblichen Befragten haben sich schon einmal darüber geärgert, den Ex aus der Freundesliste gelöscht zu haben. Sie hätten in gewissen Situationen gerne wieder das Profil des Ex-Freundes einsehen wollen. Bei den Männern geben dies nur 29 Prozent an. Selber vom Ex-Partner aus der Freundesliste gelöscht wurden indes 31 Prozent der Befragten. Während 42 Prozent angeben, dass ihnen das völlig egal war, waren ebenso viele Personen enttäuscht oder sogar sauer deswegen.

Nun ist also der Beziehungsstatus geändert, der Ex-Partner aus der Freundschaftsliste gelöscht – und trotzdem weisen da noch einige Dinge auf die gerade beendete Beziehung hin: Fotos, Kommentare im eigenen Profil und Videos – überall hat der Ex-Partner seine Spuren hinterlassen. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer hat deswegen radikal alles, was auf den Verflossenen hinweist, aus dem Facebook-Profil gelöscht. Weitere 22 Prozent haben einige Dinge gelöscht – auf Profilen anderer Leute findet man dann aber immer noch Bilder, auf denen das ehemalige Pärchen zusammen drauf zu sehen ist. Jeder Fünfte hat das Profil so gelassen, wie es war, und ein gutes Viertel musste deswegen nichts verändern, da solche privaten Dinge überhaupt nie im Facebook-Profil zu sehen waren.

Der durch Facebook geschaffene Mehraufwand, der heute mit einer Trennung verbunden ist – Beziehungsstatus verändern, Freundschaften beenden und Bilder löschen – hinterlässt seine Spuren: 35 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass es heutzutage schwerer ist, über eine Beziehung wegzukommen, als früher. Denn wegen Facebook, Twitter und Co. kann man immer noch jeden Schritt des Ex-Partners mitbekommen – ob man will oder nicht.

Umfragedaten

An der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online haben insgesamt 2598 Personen teilgenommen, davon 1463 Frauen und 1135 Männer. Die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) ist zwischen 21 und 30 Jahren alt, ein weiteres knappes Viertel (24 Prozent) gab an, zwischen 14 und 20 Jahre alt zu sein. Der Rest (22 Prozent) ist 31 oder älter. Ein Grossteil aller Befragten (92 Prozent) hat aktuell einen Facebook-Account.

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