Hygieneproben in Beizen: Jeder Dritte wurde verzeigt
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Hygieneproben in BeizenJeder Dritte wurde verzeigt

Immer mehr Stadtzürcher Wirte rasseln bei der Hygienekontrolle durch. 2010 kassierte fast jeder dritte, bei dem Laborproben entnommen wurden, eine Strafanzeige.

von
Regina Ryser

Verschimmelte Lebensmittel, dreckige Tische und Ungeziefer: 4447 Gastrobetriebe in der Stadt Zürich haben die Lebensmittelkontrolleure im vergangenen Jahr unter die Lupe genommen. Bei 216 nahmen sie schliesslich Proben für das Labor. 67 Lokale wurden daraufhin verzeigt – satte 31 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozent gegenüber 2009.

«Diese Entwicklung ist unerfreulich», sagt Ferdinand W. Uehli, Leiter Gesundheitsschutz der Stadt Zürich. «Da die Betriebe zufällig ausgewählt wurden, heisst dies aber nicht, dass im Schnitt jeder Dritte ein Grüselbeizer ist.»

Am meisten Strafanzeigen mussten die Lebensmittelkontrolleure 2010 wegen der nicht eingehaltenen Hygiene aussprechen. Besonders häufig beanstandeten sie zudem bauliche Mängel in den Zürcher Take-aways und Restaurants. «Sieht eine Gaststube vernachlässigt aus, kann dies ein Indiz dafür sein, dass es in der Küche ebenfalls so aussieht», sagt Uehli. Er kenne aber auch Nobelrestaurants, die vorne glänzten, doch in der Küche stimme es dann gar nicht mit der Hygiene. «Eine Mär ist zudem, dass der Blick in die Toilette Auskunft darüber gibt, wie sauber in der Küche gearbeitet wird.»

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