Stimmen nach dem Frankreich-Sieg - «Jeder Einzelne hier ist stolz, für die Schweiz zu spielen»
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Stimmen nach dem Frankreich-Sieg«Jeder Einzelne hier ist stolz, für die Schweiz zu spielen»

Die Schweiz lieferte sich eine Schlacht gegen den amtierenden Weltmeister und steht im Viertelfinal. Wir liefern euch die Stimmen zum Spiel.

von
Tobias Wedermann
(Bukarest)
Florian Osterwalder
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Trainer Petkovic ist stolz auf seine Mannschaft. 

Trainer Petkovic ist stolz auf seine Mannschaft.

Pool via REUTERS
Haris Seferovic und Granit Xhaka freuen sich. 

Haris Seferovic und Granit Xhaka freuen sich.

Pool via REUTERS
Der Captain ist gegen Spanien gesperrt. 

Der Captain ist gegen Spanien gesperrt.

Pool via REUTERS

Darum gehts

  • Die Schweizer Nati traf im Achtelfinal der EM auf den amtierenden Weltmeister Frankreich.

  • Nach einer historischen Schlacht in Bukarest wirft die Nati Frankreich raus.

  • Spieler und Trainer sind nach dem Spiel sichtlich stolz auf das Geleistete.

Der Held des Spiels, Yann Sommer, kam als erster zum Interview nach dem historischen Sieg gegen Frankreich. Er musste sichtlich nach Worten ringen, sagte dann aber: «Ich bin einfach nur stolz, was diese Mannschaft heute erreicht hat.» Danach verschwindet er kurz aus dem Bild der Fernsehkamera und spült sich mit Wasser Tränen aus den Augen. «So, jetzt bin ich wieder da», sagte er mit einem Grinsen im Gesicht. «Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die uns eigentlich in zehn Minuten kaputt gemacht hat. Doch wir sagten uns, dass wir bis zum Schluss kämpfen. Das haben wir gemacht, einfach unfassbar!»

Auf das Penaltyschiessen angesprochen, sagt unsere Nummer eins im Tor: «Wenn du schon so weit kommst gegen den Weltmeister, ist das ein Moment, wo du dir denkst, dass du sie nun an der Angel hast. Aber wir hatten schon einmal eine solche Situation gegen Polen. Dort haben wir es versaut. Heute nicht, und nur das zählt. Auch ein Kompliment an die Schützen, wir haben super Elfmeter geschossen heute.»

Ein weiterer Held war Haris Seferovic. Der Benfica-Stürmer schnürte einen Doppelpack. Vor allem der 2:3-Anschlusstreffer war so enorm wichtig. Nach dem Spiel sagt er im Interview: «Wir haben heute gefightet. Jeder Einzelne von uns. Der, der keine Energie mehr hatte, ging vom Platz. Der, der reingekommen ist, hat gekämpft für das Team. Richtig realisieren kann ich es aber noch nicht. Wir haben heute Geschichte geschrieben.»

«Kritikern das Maul gestopft»

Nati-Captain Granit Xhaka war der Stolz nach dem Spiel anzusehen. Vor allem an die Kritiker der Nati richtet er ein paar Worte: «Es wurde viel geredet. Tattoo hier, neue Frisur da. Aber ich glaube, heute haben wir allen Kritikern das Maul gestopft. Ich bin so unglaublich stolz auf diese Mannschaft. Wir haben bis zum Schluss gekämpft.» Weiter sagt der Captain: «Ich habe in der 65. Minute mal auf die Uhr geschaut und dachte, wir müssen aufwachen. Ich glaube, Frankreich hat gedacht, das der Sieg klar ist. Ich wusste aber, dass noch etwas geht, wenn wir das 2:3 machen. In der Verlängerung waren wir klar das bessere Team. Wir werden heute feiern und morgen gilt der Fokus voll auf Spanien».

Gegen Spanien wird der Captain aufgrund zweier Gelben Karten fehlen. Davon lässt er sich den Abend aber nicht verderben: «Dann gibt es von der Mannschaft ein grossartiges Spiel gegen Spanien und im Halbfinal bin ich zu Hause in London wieder dabei.» Immer wieder betont er, wie stolz er auf das Team ist. «Viele sehen nur die Arbeit auf dem Platz und nicht dahinter. Wir sind sehr stolz, was uns die Schweiz gegeben hat. Jeder Einzelne, der hier dabei ist, ist stolz für die Schweiz zu spielen. Das könnt ihr mir glauben. Sowas gibt es nur einmal.»

Vaseline in den Haaren

Vladimir Petkovic war nach dem Spiel völlig aus dem Häuschen. «Ich konnte in der Schlussphase nicht mehr reden. Habe die Stimme verloren. Habe auch einige Liter Wasser verloren. Zum Glück gab es die eine oder andere Flasche mit Wasser in meiner Nähe.» Weiter sagt unser Nati-Trainer: «Es war wichtig, dass wir die letzten 30 Minuten den Ball gehalten haben, genug Benzin gehabt – vielleicht gar mehr als Frankreich. Nach so einem Sieg ist man zufrieden mit den 120 Minuten. Der gehaltene Penalty war wie die Kirsche auf der Torte. Ich war am Schluss nicht mehr so emotional, da ich meine ganzen Emotionen in den 120 Minuten verbraucht hatte.»

Über den historischen Sieg sagt Petkovic: «Dieser Sieg bringt uns nun weiter – auch mental – und die Mannschaft hat den Willen, noch mehr zu leisten. Morgen dürfen wir noch zufrieden sein und dann müssen wir uns erholen und aufs nächste Spiel fokussieren.» Der Trainer weiter: «Wir waren heute eine super Mannschaft. Jeder Einzelspieler hat alles gegeben und wir als Team haben alles gegeben. Wir haben jetzt ein neues Level der Leistung erreicht und ich werde meine Mannschaft nun fordern, diese Leistung in Zukunft wieder abzurufen. Champagner nehme ich heute nicht zum Feiern für den Kopf. Habe ja immer noch Vaseline in den Haaren.» Mit der Vaseline-Geschichte sorgte Petkovic am Sonntag für Lacher bei den Journalisten. Er habe sich Vaseline auf den Kopf geschmiert, damit die Kritik und Nebenschauplätze der ersten Woche an ihm abgeprallt seien.

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