Neues Strafrecht: Jeder fünfte Verurteilte wird rückfällig
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Neues StrafrechtJeder fünfte Verurteilte wird rückfällig

Das 2007 revidierte Strafrecht ist gleich abschreckend wie das alte. Knapp ein Fünftel aller Straftäter begeht innerhalb eines Jahres wieder eine Tat.

Die Rückfallquote hat sich damit laut dem Bundesamt für Statistik mit den neuen Sanktionen im Strafrecht nicht wesentlich verändert.

Die Revision des Strafgesetzbuches 2007 brachte neue Strafen. Hauptanliegen war es, kurze Freiheitsstrafen zu vermeiden und stattdessen bedingte Geldstrafen und gemeinnützige Arbeit zu verhängen. Betroffen waren davon vor allem leichtere und mittelschwere Straftaten wie Strassenverkehrsdelikte und Diebstahl.

Statistik sieht kaum Unterschiede

In der Öffentlichkeit wurden Befürchtungen laut, dass diese neuen Sanktionen eine zu wenig abschreckende Wirkung hätten. Das BFS untersuchte daraufhin Rückfallraten der Jahre 2005 und 2008, also vor- und nach Einführung des neuen Sanktionenregimes.

Sonderabteilung für straffällige Rentner

In seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht «Neues Sanktionenrecht und strafrechtlicher Rückfall» gibt es - vorläufig - Entwarnung: «Die Daten ... ergeben keine statistisch signifikanten Unterschiede, die darauf schliessen lassen, dass das neue Sanktionenrecht die präventive Wirkung der strafrechtlichen Sanktionen verringert.»

Männer und Junge stärker rückfällig

2005 und 2008 betrug der Anteil der wegen eines Verbrechens oder eines Delikts verurteilten Personen, die innerhalb eines Jahres nach der Verurteilung eine neue Straftat begingen, etwas über 18 Prozent. Männer und unter 25-Jährige wurden mit knapp 20 respektive 24 Prozent leicht stärker rückfällig als Frauen und über 40-Jährige (11 respektive knapp 13 Prozent). Zwischen 2005 und 2008 gab es hier keine signifikanten Unterschiede.

Während die Rückfallraten bei grober Verletzung der Verkehrsregeln leicht zurück ging, erhöhten sie sich bei Diebstahl - von 34,6 (2005) auf 39,4 Prozent (2008). Diebstahl sei aber ein Sonderfall, gibt das BFS zu bedenken. Die zunehmende Tendenz könne bereits ab 2006 - vor der Änderung des Sanktionenrechts - festgestellt werden. Bei den Verkehrsdelikten sei der genaue Grund für den Rückgang nicht klar.

Noch kein abschliessendes Urteil

Allerdings müsse die Entwicklung längerfristig beobachtet werden. Es sei nicht auszuschliessen, dass zu einem späteren Zeitpunkt Unterschiede bei den Rückfallquoten auftauchten, räumt das BFS ein. Erst in mehreren Jahren werde sich zeigen, ob sich die kurzfristigen Trends bestätigten. (sda)

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