Aktualisiert 03.11.2014 07:25

Denis Hediger«Jeder muss mit sich ins Gericht gehen»

Zum zweiten Mal innert vier Tagen gibt es für Thun in St. Gallen nur Frust. «Wir haben einen schwachen Tag eingezogen», sagt Trainer Urs Fischer.

von
Eva Tedesco

Zum zweiten Mal innert vier Tagen reisten die Thuner enttäuscht aus der Ostschweiz zurück ins Berner Oberland. Auf das Cup-Aus am letzten Mittwoch folgte am Sonntagnachmittag eine 0:1-Niederlage in der Liga. Es war keine gute Woche für die Thuner. «Keine gute Woche? Äxgüsi - es war eine sch... Woche», präzisiert Urs Fischer unverblümt.

Über eine Stunde war der FC Thun nach der Ampelkarte gegen den St. Galler Everton in Überzahl und konnte den Vorteil nicht ausnützen. Die Berner Oberländer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig gemacht zu haben.

Zu verhalten, zu vorsichtig

«Das Spiel hat träge angefangen. Ob es die Nachwirkungen aus dem Cup waren, weiss ich nicht, aber man hat den Respekt gemerkt. Nach der Roten Karte hat das Spiel eine andere Dynamik bekommen. Meine Mannschaft war irgendwo zu vorsichtig und irgendwo war da im Kopf – uhh wir sind ein Mann weniger, was ist, wenn wir in Rückstand geraten?», so Fischer.

Er habe in der Pause versucht seine Mannschaft wachzurütteln, ihr Mut zuzusprechen. Fischer: «Aber wir haben das irgendwie nicht zustande gebracht. Es war alles zu verhalten, zu vorsichtig.»

Bis auf eine Möglichkeit von Christian Schneuwly, eine von Espen-Verteidiger Pascal Thrier fast ins eigene Tor abgelenkte Flanke, ein Schuss von Dennis Hediger (54.) und ein Lattenkopfball von Andrija Kaludjerovic (81.) gab es nicht viele Offensivszenen der Berner Oberländer. St. Gallen schöpfte Mut.

Mehr Dynamik, mehr Wille, mehr Leidenschaft

«Da sieht man, wenn eine Mannschaft in Unterzahl bereit ist, über hundert Prozent zu leisten, kann ein Match kippen und es kam so heraus, wie wir das nicht erwartet haben», sagt Fischer. «Sie hatten mehr Dynamik, mehr Wille, mehr Leidenschaft, eigentlich alles Sachen, die den FC Thun ausgezeichnet haben. Wir haben einen schwachen Tag eingezogen und das muss man auch einmal so akzeptieren. Wir werden sicher über diese Dinge sprechen und versuchen, das nächste Mal besser zu machen.»

«Vor allem müssen wir vor dem Tor mehr machen», präzisiert Captain Denis Hediger. «Wir haben insgesamt zu wenige Aktionen kreiert.» Und Thun muss Tore schiessen. In den letzten vier Partien (inklusive Cup) gab es lediglich einen Thuner Treffer. Und genau so viele Spiele wartet SL-Torschützen-Leader Berat Sadik auf ein Tor, nachdem er die fünf Spiele zuvor immer getroffen hat.

Thun unter den «top four»?

Mit der Niederlage in St. Gallen haben es die Berner Oberländer verpasst, an den Ostschweizern in der Tabelle vorbeizuziehen, belegen nach 14 Spieltagen aber Platz 4 in der Tabelle. Gehört der FC Thun unter die «top four»?

Hediger: «Ich glaube schon, dass wir die Punkte nicht gestohlen haben, die wir bis jetzt gemacht haben. Das sollte uns Mumm geben für die nächsten Spiele. Aber grosse Mannschaften machen eben mehr Tore und da müssen wir hin. Jeder muss mit sich ins Gericht gehen, Bilder anschauen, trainieren und dann das Erfolgserlebnis gegen Luzern provozieren. Wir sind eine hungrige Truppe und vielleicht tut es mal gut, dass wir grad so viel Gegenwind bekommen, dass wir noch mehr machen müssen und noch mehr in die Waagschale werfen müssen.»

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