Basel: Jeder rote Punkt ist dem Tod geweiht

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BaselJeder rote Punkt ist dem Tod geweiht

200 Bäume müssen gefällt werden. 184 davon sind geschützt und werden im kommenden Frühling durch neue ersetzt. Die Gründe, wieso die Bäume weichen müssen, sind vielfältig, sagt der Leiter Grünflächenunterhalt.

von
Jeanne Dutoit
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Jeder Punkt im Basler Baumkataster steht für einen Baum, der im Januar gefällt wird. 

Jeder Punkt im Basler Baumkataster steht für einen Baum, der im Januar gefällt wird. 

Map BS
Die Gründe für die Fällung sind zahlreich: Schädlingsbefall, Fehlentwicklung oder Absterben von Kronenteilen. Die Bäume sind dadurch «potenziell gefährlich». Wie hier im Bild: Am Abend des 20. Juli 2022 wurden in der Region Basel zahlreiche Bäume durch einen Sturm beschädigt.

Die Gründe für die Fällung sind zahlreich: Schädlingsbefall, Fehlentwicklung oder Absterben von Kronenteilen. Die Bäume sind dadurch «potenziell gefährlich». Wie hier im Bild: Am Abend des 20. Juli 2022 wurden in der Region Basel zahlreiche Bäume durch einen Sturm beschädigt.

Polizei BS
Die besagten Bäume sind alle im Internet einsehbar.

Die besagten Bäume sind alle im Internet einsehbar.

Darum gehts

Jedes Jahr kontrolliert die Stadtgärtnerei Basel den gesamten Baumbestand auf öffentlichem Grund.  «Die Klimaveränderung setzt den Bäumen weiterhin zu», so Simon Leuenberger, Leiter Grünflächenunterhalt. Dieses Jahr sind 200 Bäume betroffen, die bald der Motorsäge zum Opfer fallen. Zu den Gründen zählen eine ungenügende Stabilität, Kronenteile die abzubrechen drohen oder wenn der Baum kein Entwicklungspotenzial mehr aufweist, zählt Leuenberger auf.

Was für den Laien nach einer erschreckend hohen Zahl klingen mag, sei in Wirklichkeit völliger Durchschnitt, «normal und erklärbar», so Leuenberger. In Basel stehen 27’000 Bäume. «Ein Baum in der Stadt wird durchschnittlich hundertjährig. Macht man eine einfache Milchbüchlein-Rechnung muss man mit rund 270 Bäumen jährlich rechnen, die gefällt werden müssen», sagt er.

Unter die besagten 200 fallen 184 geschützte Bäume, die wegen Schädlingsbefall oder Fehlentwicklung als «potenziell gefährlich» eingeschätzt werden. Die Bäume könnten bei einem Sturm oder anderen Wetterereignissen einknicken und so Schaden anrichten oder Personen verletzen. Geschützt sind Bäume, wenn sie einen Stammumfang über 90 Zentimeter haben, respektive über einen halben Meter hoch sind.

Ohne Fällbewilligung dürfen Bäume im öffentlichen Raum nicht entfernt werden. Die besagten Bäume werden entsprechend publiziert.

«Das tut einem dann weh»

Muss auch ein Baum in ihrem Quartier weichen? Im Internet können sämtliche bewilligungspflichtigen Bäume eingesehen werden: die Baumart, der Stammumfang, der Fällgrund sowie Angaben zur Ersatzpflanzung. Im kommenden Frühjahr oder Herbst – möglichst an gleicher Stelle – werden die gefällten Bäume durch einen gesunden Jungbaum ersetzt. 

Wenn sich ein junger Baum nicht entwickelt und die Experten keine Zukunft sehen, dann sei das eben Daily Business, dass er wieder entfernt werden müsse, so Leuenberger. Handelt es sich aber um alte Exemplare, etwa aktuell um Bäume im Kannenfeldpark oder dem Solitudepark, dann sei das ein schwieriger Prozess. «Das tut einem dann weh», sagt der Leiter Grünflächen. «Diese alten Bäume nehmen einen riesigen Platz ein und jeder davon bringt eine Geschichte mit.»

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