Plus 4,4 Prozent: Jeder Schweizer besitzt im Schnitt 405'000 Franken

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Plus 4,4 ProzentJeder Schweizer besitzt im Schnitt 405'000 Franken

Auch 2014 hat das Vermögen der privaten Haushalte in der Schweiz zugenommen. Davon dürften aber nicht alle im selben Ausmass profitiert haben.

von
lin
2014 betrug das Pro-Kopf-Reinvermögen in der Schweiz 405'000 Franken.

2014 betrug das Pro-Kopf-Reinvermögen in der Schweiz 405'000 Franken.

Keystone/Christian Beutler

Das Reinvermögen der privaten Haushalte in der Schweiz hat 2014 um 141 Milliarden Franken auf 3335 Milliarden Franken zugenommen. Dies bedeutet ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zu Ende 2013, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) mitteilt. Pro Kopf entspricht dies einem Reinvermögen von 405'000 Franken. 2008 betrug das Reinvermögen hierzulande noch rund 2500 Milliarden Franken. Seither hat es kontinuierlich zugenommen.

Bei den Berechnungen für das Reinvermögen berücksichtigte die SNB unter anderem Bargeld und Einlagen, Aktien, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen sowie Immobilien. Davon abgezogen wurden die Verpflichtungen der Privathaushalte, die zum grössten Teil aus Hypotheken bestehen. Insgesamt stehen den Vermögenswerten in Höhe von 4130 Milliarden Franken finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 794 Milliarden Franken gegenüber.

Immobilien und Aktien steigern Vermögen

Die Zahlen der SNB zeigen dabei, dass der mit Abstand grösste Teil der Vermögen aus Immobilien stammt (44 Prozent). Der Marktwert der Immobilien von Schweizer Privathaushalten stieg im vergangenen Jahr um 75 Milliarden auf 1815 Milliarden. Dieser Zuwachs ist denn auch einer der Hauptgründe für den Vermögensanstieg.

Mit 23,1 Prozent machen Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen den zweitgrössten Anteil am Vermögen aus. Bargeld und Einlagen folgen mit 17,8 Prozent. Neben der Wertsteigerung bei den Immobilien seien auch der Anstieg der Aktienkurse für die Zunahme des Reinvermögens verantwortlich gewesen, schreibt die SNB.

Ungleich verteilte Vermögen

Von der Steigerung der Reinvermögen dürften aber nicht alle privaten Haushalte im selben Mass profitiert haben. Erst im Oktober veröffentlichte die Schweizer Grossbank Credit Suisse ihre Berechnungen zu den Vermögen in der Schweiz. Dabei kam die Bank zum Schluss, dass in den vergangenen zehn Jahren – im Gegensatz zu anderen Ländern – hierzulande die Ungleichheit bei der Vermögensverteilung nicht abgenommen hat. Deshalb weise die Schweiz heute eine der grössten Vermögensungleichheiten aller entwickelten Länder auf.

In ihrer Untersuchung hat die Credit Suisse berechnet, dass das Medianvermögen in der Schweiz zwischen Mitte 2014 und Mitte 2015 rund 100'000 Franken betrug. Dies bedeutet, dass die Hälfte der Bevölkerung über mehr als diese Vermögen verfügt, die andere Hälfte über weniger. In ihrer Studie hatte die Grossbank alle Kapitalanlagen und Sachwerte wie Immobilien zum Vermögen gezählt, davon wurden anschliessend die Schulden abgezogen. Private Vorsorgefonds wurden ebenfalls zum Vermögen gezählt. Die staatliche Altersvorsorge hingegen nicht.

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