Aktualisiert

StatistikJeder Schweizer verbraucht pro Jahr 47 Tonnen Material

Einen Güterzug mit der
Länge des dreifachen Erdumfangs – so viel Material verbrauchen
die Schweizer pro Jahr.

von
Nico Menzato

2006 wurden für die Aktivi­täten der hiesigen Wirtschaft und Haushalte 360 Millionen Tonnen Material benötigt. Dies entspricht einem Güterzug von 120000 Kilometer Länge. Pro Einwohner ergibt das 47 Tonnen Materialverschleiss, heisst es in der vom Bundesamt für Statistik er­hobenen Bilanz.

Ungefähr ein Drittel des Materials wurde direkt verbraucht. Gut zur Hälfte handelte es sich um Mineralien wie Kies und Sand. Knapp ein Viertel ist Biomasse – ins­besondere Kulturpflanzen, Futterpflanzen und Holz. Weitere 17 Prozent sind fossile Produkte wie Benzin. Die restlichen zwei Drittel sind so genannt indirekte Materialflüsse. Damit sind jene Ma­terialien gemeint, die im ­Ausland zur Herstellung von Gütern eingesetzt werden, die in die Schweiz importiert werden. Ein Kilogramm importierte Teigwaren etwa ­verursacht einen versteckten Materialaufwand von 3,3 kg. Bei einem Kilogramm Kupfer sind es gar 180 kg.

Das Lechzen Helvetias nach Materialien hat Folgen für die Umwelt: Verarbeitung, Konsum und Verbrennung der Stoffe erzeugten 2006 Emissionen von rund 60 Millionen Tonnen – 88 Prozent davon war CO2. Gegenüber 1990 gingen die Emissionen um 4 Prozent zurück, seit 2000 jedoch steigen sie wieder langsam an.

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