Kaufkraft-Studie: Jeder Schweizer verliert wegen Coronavirus 215 Franken
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Kaufkraft-StudieJeder Schweizer verliert wegen Coronavirus 215 Franken

Die Coronavirus-Krise hat die Kaufkraft in ganz Europa geschwächt. Jedem Europäer stehen im Schnitt darum rund 830 Franken weniger zur Verfügung. Die Schweiz gehört aber weiterhin zu den kaufkräftigsten Ländern.

von
Barbara Scherer

Das sind die zehn kaufkräftigsten Länder in Europa.

Darum gehts

  • Die Corona-Pandemie hat die Europäer im Schnitt 830 Franken pro Person gekostet.

  • Schweizer haben nur rund 215 Franken verloren.

  • Isländer und Norweger wurden hingegen hart von der Corona-Krise getroffen.

Rund 45’000 Franken stehen jedem Schweizer dieses Jahr im Schnitt zur freien Verfügung. Damit ist die Kaufkraft der Eidgenossen fast dreimal so hoch wie der europäische Durchschnitt. Das zeigt eine neue Studie des Marktforschungsinstituts GFK.

Wie viel Geld die Menschen im Jahr zum Leben zur Verfügung haben, unterscheidet sich von Land zu Land stark. Welche Länder zu den zehn kaufkräftigsten in Europa gehören, erfährst du im Video oben.

Das ist die Kaufkraft

Die Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben inklusive Transferleistungen und wird pro Kopf und Jahr in Euro als Index ausgewiesen. Die GFK-Kaufkraft
bezieht sich auf die nominal verfügbaren Einkommen. Dies bedeutet, dass die Werte nicht
inflationsbereinigt sind. Basis der Berechnung sind neben Daten der Einkommenssteuerstatistik
einschlägige Statistiken zur Berechnung von Transferleistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute.

Coronavirus hat in nordischen Ländern starken Einfluss

Neben der Kaufkraft hat GFK den Einfluss des Coronavirus auf die Wirtschaft berechnet. Gesamthaft hat die Krise jeden Europäer dieses Jahr durchschnittlich rund 830 Franken gekostet. Liechtenstein und die Schweiz sind die beiden Länder, die am wenigsten unter der Krise gelitten haben.

So haben die Liechtensteiner wegen Corona pro Kopf nur rund 123 Franken verloren und die Schweizer etwa 215 Franken. Island und Norwegen weisen zwar beide eine hohe Kaufkraft auf, wurden aber stärker von der Pandemie beeinflusst: Jeder Isländer hat circa 1407 Franken weniger zur Verfügung. Bei den Norwegern sind es sogar 1353 Franken.

Beide nordischen Länder wurden hart von der Corona-Krise getroffen. Das sei unter anderem auf eine durch die Pandemie bedingte Abwertung der nationalen Währungen gegenüber dem Euro zurückzuführen, wie GFK schreibt. Schlusslicht bildet die Türkei: Der Corona Impact beträgt mit über 2255 Franken pro Kopf fast das Dreifache als der europäische Durchschnitt.

Deine Meinung

335 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

S. Camdemic

22.10.2020, 08:54

Wohl nur sehr bedingt ist Corona der Grund. Der Virus ist nur der Beschleuniger. Wer das nicht glaubt wurde einer Gehirnwäsche durchzogen.

Roger

22.10.2020, 08:48

"Wert nicht inflationsbereinigt". Und durch den Ausschluss des wichtigsten Faktors soll die Kaufkraft gemessen werden. Witz des Jahres, gleich nach der Cerveza-Krankheit.

Dingo

22.10.2020, 07:36

Was genau ist mit "zur freien Verfügung" gemeint? Miete und Essen abgezogen oder nicht? Rein zum Sparen oder für unnötiges zur Verfügung? Zählt Säule 3a auch schon dazu? Wir haben mit Glück 10.000-15.000 zur "freien" Verfügung. Oft gibt es aber anderes, Arztrechnungen, neue Möbel o.ä. wodurch es verbraucht wird. Urlaub, Verwandtenbesuche können auch daran zehren. Schlecht geht es uns nicht, aber ein wenig mehr würde auch nicht schaden.