Aktualisiert 22.08.2019 08:17

Sex-StudieJeder Vierte hat aktuellen Partner schon betrogen

Die grosse Sex-Umfrage von 20 Minuten zeigt, dass Männer deutlich häufiger untreu werden. Eine Expertin erklärt, wieso.

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daw/jk
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36 Prozent der Männer wurden in der jetzigen Partnerschaft mindestens einmal untreu. Bei den Frauen sind es nur halb so viele, nämlich 18 Prozent. Das zeigt die grosse Sex-Studie von 20 Minuten.

36 Prozent der Männer wurden in der jetzigen Partnerschaft mindestens einmal untreu. Bei den Frauen sind es nur halb so viele, nämlich 18 Prozent. Das zeigt die grosse Sex-Studie von 20 Minuten.

Motortion
Damit scheinen deutlich mehr Männer fremdzugehen als Frauen.

Damit scheinen deutlich mehr Männer fremdzugehen als Frauen.

iStock (Bild: Mixmike)
Insgesamt als 28 Prozent der über 16-Jährigen sind im Lauf ihrer momentanen Beziehung schon einmal fremdgegangen.

Insgesamt als 28 Prozent der über 16-Jährigen sind im Lauf ihrer momentanen Beziehung schon einmal fremdgegangen.

Christophe Gateau

28 Prozent der über 16-Jährigen sind im Lauf ihrer momentanen Beziehung schon einmal fremdgegangen. Das heisst: Sie hatten heimlich Sex mit einer anderen Person. Unter den Männern ist der Wert noch höher: 36 Prozent wurden in der jetzigen Partnerschaft mindestens einmal untreu. Bei den Frauen sind es nur halb so viele, nämlich 18 Prozent. Das zeigt die grosse Sex-Studie von 20 Minuten. 69 Prozent aller Fremdgänger und Fremdgängerinnen bleiben unentdeckt.

Unter den Männern scheint Untreue also weiter verbreitet zu sein als unter Frauen. Die Paar- und Sexualtherapeutin Andrea Burri sagt: «Dieser Unterschied zeigt sich auch in anderen Studien zum Thema. Seitensprünge von Frauen sind gesellschaftlich weniger akzeptiert. Nascht eine Frau über den Tellerrand, wird sie schnell einmal als ‹Schlampe› abgestempelt.» Männer hingegen hätten diesen Imageschaden weniger zu befürchten. Ein kleiner Teil des Geschlechterunterschieds lässt sich laut Burri auch dadurch erklären, dass Frauen deshalb weniger häufig zu ihren Seitensprüngen stehen als Männer.

«Seitensprünge von Frauen sind weniger akzeptiert»

Wie Burri sagt, unterscheiden sich die häufigsten Fremdgeh-Gründe je nach Geschlecht: «Bei Männern geht es zumeist um sexuelle Bedürfnisse. Der von ihnen meistgenannte Grund für Seitensprünge ist, dass der Sex in ihrer Partnerschaft zu langweilig oder zu selten ist.» Untreue Frauen würden im Gegensatz dazu angeben, dass sie in ihrer aktuellen Beziehung zu wenig Liebe oder emotionale Nähe verspürten.

«Zudem ist es auffällig, dass Frauen unter anderem auch Rache als Ursprung ihrer Untreue nennen. Das heisst, sie sind selber betrogen worden und begehen nun als Reaktion darauf einen Seitensprung», so Burri. In der Regel seien Fremdgänger jüngere Frauen oder ältere Männer.

Jeder Zweite war schon untreu

Die 20-Minuten-Umfrage zeigt weiter: Insgesamt gingen 49 Prozent aller über 16-Jährigen schon einmal fremd – frühere Partnerschaften mit einberechnet. Bei den Frauen sind es 45 Prozent, unter den Männern ist der Wert mit 53 Prozent Fremdgängern höher. Unsere deutschen Nachbarn scheinen seltener Seitensprünge zu begehen, wie eine Studie des deutschen Forschungsinstituts Mafo von 2017 zeigt: 23 Prozent der deutschen Frauen geben an, schon einmal untreu geworden zu sein. Bei den Männer sind es 22 Prozent.

In Frankreich und Italien sind die Zahlen jenen von 20 Minuten ähnlicher. Eine Umfrage des französischen Forschungsinstituts Ifop von 2014 hat ergeben: 55 Prozent der italienischen Männer sowie 55 Prozent der Franzosen sind bereits einmal fremdgegangen. Bei den Frauen beträgt die Fremdgängerinnen-Quote in Italien 34 Prozent und in Frankreich 32 Prozent. Burri sagt: «Die Länderunterschiede deuten an, dass es soziokulturelle Differenzen gibt punkto Treue.»

Für viele Frauen beginnt Betrug schon beim Flirten

In der 20-Minuten-Studie ist Betrug definiert als heimlicher Sex mit einer Drittperson. Doch für viele beginnt Untreue schon früher: Ein Fünftel gibt an, Flirten oder Chatten sei bereits Betrug. Für 23 Prozent ist Küssen eine Grenzüberschreitung und 28 Prozent sprechen dann von Untreue, wenn es zum Sex mit einer anderen Person kommt. Männer sind punkto Treue toleranter. Für 37 Prozent von ihnen ist von Fremdgehen erst bei Sex die Rede. 20 Prozent ziehen die Grenze beim Küssen. Im Gegensatz dazu beginnt Untreue für knapp ein Drittel aller Frauen schon beim Chatten oder Flirten, für 26 Prozent beim Küssen.

Die grösste Sex-Umfrage der Schweiz

22'659 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 25. und 26. Juli online an der grössten Sexumfrage der Schweiz teilgenommen. 20 Minuten hat die Umfrage in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen und geografischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,2 Prozentpunkten.

Hälfte begeht ungeschützt Seitensprünge

Beim Fremdgehen wird nicht immer mit Vorsicht vorgegangen. Die Hälfte aller Umfrageteilnehmer gab an, beim Fremdgehen mindestens einmal ungeschützten Sex gehabt zu haben. Der Wert ist bei den Männern leicht höher als bei den Frauen.

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