Aktualisiert 08.03.2004 23:27

Jeder zehnte Schweizer wollte sich schon töten

Jede zweite Person in der Schweiz leidet einmal in ihrem Leben an einer psychischen Störung. Diese Krankheiten sind weitgehend tabu.

Psychische Erkrankungen werden laut einer Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums massiv unterschätzt. «Die Gründe sind Unwissen und die grosse Tabuisierung», erklärt Peter C. Meyer, Leiter des Gesundheitsobservatoriums. «Das hängt niemand gern an die grosse Glocke.» Je schwerwiegender die psychische Störung, umso grösser sei das Tabu, sagt Meyer. Die Studie stützt sich auf Langzeituntersuchungen und Behandlungsdaten der Schweizerischen psychiatrischen Kliniken.

Professionelle Hilfe nehmen nur wenige Betroffene in Anspruch. «Und dies leider oft zu spät.» So begeht jeder zehnte einmal im Leben einen Selbstmordversuch. Die Folgen: unnötiges Leid und geschätzte Mehrkosten im Gesundheitswesen in Milliardenhöhe. «Das Ziel ist, ein Milieu zu schaffen, in dem ein offenes Gespräch über solche Probleme möglich ist – vor allem unter Männern», so Meyer.

(alk)

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