Handy eingeschaltet: Jeder Zweite ist auch in Ferien für Chef erreichbar
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Handy eingeschaltetJeder Zweite ist auch in Ferien für Chef erreichbar

Eine neue Umfrage zeigt: Mehr als jeder zweite Schweizer ist für den Arbeitgeber auch in den Ferien auf Dauerempfang. 43 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Chef das von ihnen erwartet.

von
ame
Erholung sieht anders aus: Auch in den Ferien sind viele Schweizer für den Arbeitgeber immer erreichbar.

Erholung sieht anders aus: Auch in den Ferien sind viele Schweizer für den Arbeitgeber immer erreichbar.

56 Prozent der berufstätigen Schweizer können auch in den Ferien im wahrsten Sinne des Wortes nicht abschalten: Sie behalten ihr Smartphone, Handy, Tablet oder ihren Laptop immer eingeschaltet, damit sie vom Chef und den Arbeitskollegen erreicht werden können. Das zeigen Ergebnisse einer Umfrage aus allen drei Sprachregionen, die das Link-Institut im Auftrag von comparis.ch durchgeführt hat. Die dauernde Erreichbarkeit ist aber keineswegs immer freiwillig – 43 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber von ihnen erwartet, auch in den Ferien erreichbar zu sein.

Allerdings sind die meisten der Befragten ausschliesslich für Notfälle im Geschäft erreichbar. Nur jeder Achtzehnte telefoniert regelmässig mit dem Chef und den Arbeitskollegen. Noch deutlicher sind die Zahlen beim Lesen von Geschäfts-E-Mails: Für zwei Drittel der Befragten ist dies im Urlaub tabu.

Frauen können besser abschalten

Unterschiede bei der Erreichbarkeit zeigen sich beim Geschlecht und in den Sprachregionen. Während 53 Prozent der befragten Männer telefonisch erreichbar sind, sind es bei den Frauen mit 40 Prozent deutlich weniger. Kaum abschalten können die Tessiner: Zwei Drittel der Befragten sind für den Arbeitgeber im Urlaub erreichbar, jeder achte telefoniert regelmässig mit der Arbeitsstelle.

Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Burnout-Erkrankungen lassen diese Zahlen aufhorchen. Bei einem Burnout handelt es sich um ein Erschöpfungssyndrom, das sich über längere Zeit schleichend durch Stress entwickeln kann. Häufig trifft es sehr engagierte Personen.

Smartphone-Stress in den Ferien

Egal ob für den Chef oder für den privaten Gebrauch: Mehr als 80 Prozent der Befragten packen Smartphone, Handy, Tablet & Co in den Koffer. Weit mehr als jeder Dritte kann sich nicht vorstellen, ohne Smartphone zu verreisen. Das Paradoxe daran: 28 Prozent sehen im elektronischen Reisebegleiter einen Stressfaktor.

Ein wichtiges Thema bei der Nutzung ihrer Smartphones sind für viele die hohen Roaming-Gebühren. Zwar surfen 67 Prozent der Personen, die ihr Smartphone mit in den Urlaub nehmen, auch im Internet. Dabei achten die meisten aber auf die Kosten. 86 Prozent nutzen hauptsächlich WLAN im Hotel oder in einem Café.

Ausserdem versuchen zwei Drittel so wenig wie möglich über das Handynetz zu telefonieren.

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