Weihnachten: Jeder Zweite kauft Geschenke im Ausland
Aktualisiert

WeihnachtenJeder Zweite kauft Geschenke im Ausland

Laut einer Umfrage beabsichtigt eine Mehrheit der Schweizer im Ausland Geschenke einzukaufen. Anders sieht es hingegen bei den Zutaten fürs Weihnachtsessen aus.

von
F. Lindegger

Unter dem Weihnachtsbaum werden in diesem Jahr viele Geschenke liegen, die im Ausland eingekauft wurden. Wie eine 20 Minuten exklusiv vorliegende Umfrage von Marketagent.com zeigt, beabsichtigen 56 Prozent der Befragten Weihnachtsgeschenke im Ausland kaufen. Dies im stationären Handel oder über ausländische Online-Shops. Am häufigsten werden im Ausland Geschenke für bis zu 50 Franken gekauft. Die Umfrage, die Mitte Dezember durchgeführt wurde, zeigt zudem, dass Jüngere ihre Weihnachtsgeschenke eher im Ausland kaufen: Während rund 55 Prozent der Befragten zwischen 50 und 65 Jahren angaben, keine Geschenke im Ausland zu erwerben, waren es bei den 14- bis 29-Jährigen nur 35 Prozent.

Die Hauptmotivation für Einkäufe im Ausland sind tiefere Preise. 56 Prozent der Befragten gaben dies als Grund an. Am zweithäufigsten wurde erwähnt, dass Produkte gekauft werden, die in der Schweiz nicht verfügbar seien (40 Prozent). Auf dem dritten Platz folgt die Begründung, dass aufgrund des grenznahen Wohnorts grundsätzlich häufiger im Ausland eingekauft werde.

Schweizer Wirtschaft unterstützen

Bei den Gründen, weshalb Geschenke in der Schweiz gekauft werden, schwang das Argument oben aus, dass in der Umgebung alles erhältlich sei, was gebraucht werde. Ebenfalls ein grosser Teil möchte mit dem Kauf von Weihnachtsgeschenken in der Schweiz die hiesige Wirtschaft unterstützen.Viele gaben zudem an, dass heimische Produkte sympathischer oder ihnen persönlich näher seien.

Dass immer mehr Weihnachtsgeschenke im Ausland gekauft werden, spüren auch die Geschäfte in den grossen Schweizer Städten. «Diese Entwicklung stellen wir auch fest und sie nimmt stetig zu», sagt Mathias Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel, zu 20 Minuten. Allerdings finde beim Weihnachtsgeschäft kein klassischer Einkaufstourismus statt: «Es handelt sich eher um eine laufende Verschiebung, die bereits seit einigen Jahren anhält», so Böhm. Und: «Wir stellen eine Verlagerung des Weihnachtsgeschäfts fest – hin zum Online-Handel.» Den Grund sieht Böhm vor allem im veränderten Kaufverhalten: «Die Leute haben grundsätzlich weniger Zeit. Viele haben keine Lust, sich nach dem Feierabend noch ins Getümmel zu stürzen und erledigen ihren Weihnachtseinkauf lieber vom Sofa aus.»

Weniger Einkaufstourismus beim Essen

Anders sieht es hingegen beim Essen aus. Gut zwei Drittel der Befragten wollen gemäss Umfrage von Marketagent.com die Produkte für das weihnachtliche Festtagsmenü in der Schweiz kaufen. Dies stützt auch die Beobachtung, die Sven Gubler, Direktor von Bern-City, nach dem letzten Sonntagsverkauf machte: Warenhäuser mit einem Lebensmittelbereich seien eher zufrieden. In den Non-Food-Geschäften hingegen sei es dürftig gelaufen, sagte er zu 20 Minuten. «Einkaufstourismus spielt eher im unteren Preissegment», sagt dazu Mathias Böhm von Pro Innerstadt Basel. Beim Weihnachtsmenü, wo man sich auch mal etwas gönne und die Qualität im Vordergrund stehe, sei der Preis nicht das wichtigste Argument, so Böhm.

Deine Meinung