Graubünden: Jeder zweite reformierte Pfarrer ist Deutscher
Aktualisiert

GraubündenJeder zweite reformierte Pfarrer ist Deutscher

48 der 97 reformierten Pfarrstellen in Graubünden sind von Deutschen besetzt. Vor 20 Jahren betrug der Anteil der Deutschen noch 20 Prozent.

Dies gab der evangelische Kirchenrat am Mittwoch auf eine Anfrage im Parlament der Landeskirche bekannt. Diese Entwicklung wird als nicht ganz unproblematisch betrachtet.

Zu denken gäben der unterschiedliche theologische Hintergrund zwischen deutschen und schweizerischen Pfarrpersonen, die Nichtvertrautheit mit der direkten Demokratie auf der politischen und kirchlichen Ebene sowie der Traditionsverlust, schreibt der Anfragesteller, der Churer Grossrat Jean-Pierre Menge.

Auch der Kirchenrat hält es für angebracht, Gegensteuer zu geben. Allerdings hält sich sein Einfluss in Grenzen, weil die Pfarrpersonen durch die Kirchgemeindeversammlungen gewählt werden. Einige Massnahmen wurden aber eingeleitet.

Schweizern will die Exekutive der Landeskirche den Pfarrberuf unter anderem mit zeitgemässen Anstellungsbedingungen schmackhaft machen. Ausserdem sollen die Aufgaben der Geistlichen an Gymnasien vorgestellt und Interessierten Auskünfte über das Studium erteilt werden. Auch beteiligt sich der Kirchenrat finanziell an der schweizerischen Werbekampagne für das Theologiestudium.

(sda)

Deine Meinung