Alarmierende Umfrage: Jeder Zweite schreibt SMS beim Autofahren
Aktualisiert

Alarmierende UmfrageJeder Zweite schreibt SMS beim Autofahren

Ob zum Telefonieren, SMS schreiben, Facebook checken oder um das Ziel ins Navi einzugeben – die Leser von 20 Minuten lassen sich regelmässig hinterm Steuer vom Handy ablenken.

von
Viktoria Weber

Eine neue Dokumentation aus den USA soll darauf aufmerksam machen, wie gefährlich es ist, während der Fahrt SMS zu schreiben. Und wie schnell dies tödlich enden kann. Um herauszufinden, wie regelmässig die Leser von 20 Minuten sich selbst und auch andere Verkehrsteilnehmer auf diese Art in Gefahr bringen, lancierten wir eine Umfrage, an der 1249 Personen teilgenommen haben. Das dabei entstandene Gesamtbild der Ergebnisse ist alles andere als positiv.

Obwohl bei den meisten Handys heutzutage ein Headset mitgeliefert wird und einige Autos von vornherein mit einer Freisprechanlage ausgerüstet sind, telefoniert dennoch ein gutes Viertel der Befragten während der Fahrt mit dem Telefon am Ohr. Alle anderen nutzen Headset oder Freisprechanlage – lediglich ein Drittel telefoniert grundsätzlich nie beim Autofahren. Und auch Kurznachrichten werden beim Fahren getippt: 52 Prozent der Befragten gaben an, dies mehr oder weniger regelmässig zu tun.

Ziel wird erst nach dem Starten eingegeben

Dass in den meisten Smartphones heutzutage ein Navigationssystem integriert ist, ist natürlich praktisch – ein gutes Drittel der Befragten nutzt diese Funktion. Doch auch hier wird nicht immer vorbildlich gehandelt: Obwohl ein Grossteil der Umfrageteilnehmer erst das Ziel eingibt und dann losfährt, handelt ein gutes Viertel ab und zu auch andersrum – das Ziel wird also erst dann eingegeben, wenn man bereits losgefahren ist. Ausserdem gaben 38 Prozent der Befragten an, hin und wieder die Zieleingabe während der Fahrt zu ändern, weil sie beispielsweise noch einen Zwischenstopp eingeben wollen.

Doch das ist noch nicht alles: Ein Viertel der Befragten nutzt das Handy während der Fahrt auch anderweitig – sei es, um Facebook und E-Mails zu checken oder irgendwelche Apps des Smartphones zu nutzen. Der häufige Gebrauch des Mobiltelefons am Steuer hat seine Folgen: Das Bundesamt für Strassen (Astra) verzeichnete in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Führerausweisentzüge wegen Unaufmerksamkeit am Steuer – wie etwa SMS schreiben oder telefonieren. 2012 ist die Zahl um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 9482 Entzüge gestiegen.

Auch auf dem Velo wird gesimst

Doch nicht nur das Mobiltelefon kann den Fahrer vom Strassenverkehr ablenken: 63 Prozent der Befragten essen manchmal hinter dem Steuer, ein Viertel hat sogar schon einmal während des Fahrens sexuelle Handlungen ausgeübt. Dennoch sind insgesamt die meisten Befragten glimpflich davongekommen: Nur drei Prozent gaben an, schon einmal einen Autounfall gehabt zu haben, weil sie von etwas abgelenkt waren. Weitere 17 Prozent gaben jedoch zu, dass es das ein oder andere Mal ganz schön knapp geworden ist. Laut dem Astra ist Unaufmerksamkeit die dritthäufigste Unfallursache.

Die befragten Velofahrer handeln auch nicht unbedingt verantwortungsbewusst: Ein Drittel telefoniert während des Radelns, gut jeder Fünfte schreibt dabei Kurznachrichten. Ausserdem hört ein gutes Drittel der Befragten Musik, wenn sie mit dem Velo unterwegs sind – und das im ganz normalen Strassenverkehr und nicht etwa auf abgelegenen Feldwegen. Ebenfalls wenig verantwortungsvoll wird mit dem Thema Alkohol am Velolenker umgegangen.

Gut jeder Vierte ist bereits betrunken gefahren, ein weiteres Fünftel fährt zumindest leicht angetrunken noch. Lediglich ein Viertel gab an, keinen Tropfen zu trinken, wenn er oder sie noch Velofahren muss. Beim Autofahren sind die Befragten in Bezug darauf strenger: Zwar fahren 44 Prozent der Umfrageteilnehmer auch noch, wenn sie ein oder zwei Bier getrunken haben – angetrunken fahren aber nur die wenigsten. Knapp die Hälfte bleibt gänzlich nüchtern, wenn sie noch hinters Steuer müssen.

Umfragedaten

An der nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten haben insgesamt 1249 Personen teilgenommen, davon 723 Männer und 526 Frauen. 52 Prozent der Befragten gaben an, täglich Auto zu fahren, weitere 25 Prozent tun dies mehrmals pro Woche. Ein Sechstel der Befragten fährt seltener, die restlichen acht Prozent gaben an, keinen Führerschein zu haben.

Alle Ergebnisse zum Download >>

Deine Meinung