Aktualisiert 27.02.2020 14:56

Weniger Hotelgäste Jeder zweite Tourist aus China könnte ausbleiben

Schweizer Hoteliers sehen sich mit Absagen konfrontiert: Wegen des Coronavirus stornieren Touristen ihre Schweiz-Ferien. Die Hälfte der chinesischen Touristen könnten verloren gehen.

von
B. Scherer
1 / 8
Am meisten setzt dem Schweizer Tourismus der Verlust der chinesischen Gäste zu.

Am meisten setzt dem Schweizer Tourismus der Verlust der chinesischen Gäste zu.

Keystone/urs Flueeler
Im ersten Quartal rechnet Schweiz Tourismus mit einem Verlust von 50 Prozent bei den chinesischen Touristen.

Im ersten Quartal rechnet Schweiz Tourismus mit einem Verlust von 50 Prozent bei den chinesischen Touristen.

Keystone/Jean-christophe Bott
Sollte sich die Lage in den nächsten sechs Monaten nicht erholen, könnte der Verlust der chinesischen Touristen schwere Folgen für den Schweizer Tourismus haben.

Sollte sich die Lage in den nächsten sechs Monaten nicht erholen, könnte der Verlust der chinesischen Touristen schwere Folgen für den Schweizer Tourismus haben.

Keystone/urs Flueeler

Das Coronavirus verbreitet sich inzwischen auch in ganz Europa. Das setzt den Schweizer Hoteliers zu: Über die Hälfte der über 200 befragten Betriebe vermelden Stornierungen aufgrund des Virus, wie der Verband Hotelliere Suisse vermeldet.

Am meisten setzt dem Schweizer Tourismus aber der Verlust der chinesischen Gäste zu. «Wir gehen davon aus, dass wir deswegen rund 50 Prozent der Logiernächte von Chinesen in der Schweiz im ersten Quartal 2020 verlieren», erklärt Martin Nydegger, der Direktor von Schweiz Tourismus, an der Medienkonferenz am Donnerstagmorgen.

Das heisst: Jeder zweite chinesische Tourist meidet die Schweiz. Im Februar bedeutet dies eine Umsatzeinbusse von rund 20 Millionen Franken.

Schwere wirtschaftliche Folgen

Sollte sich die Lage in den nächsten sechs Monaten nicht erholen, könnte der Verlust der chinesischen Touristen schwere Folgen für den Schweizer Tourismus haben. «Von diesen wirtschaftlichen Folgen würden wir uns wohl erst 2022 wieder erholen», so Nydegger.

So haben chineische Touristen von Januar bis November 2019 über 1,3 Millionen Logiernächte gebucht. Damit sind sie die viertwichtigsten ausländischen Touristen für die Schweiz.

Noch halte sich der Verlust aber im Rahmen. So gingen im Februar nur rund 2 Prozent der Hotelgäste in der Schweiz verloren. Dabei hätten die ersten Coronavirus-Fälle in der Schweiz wohl noch keine Auswirkungen auf den Tourismus. Bedenklicher seien die Fälle in Italien. Denn viele Touristen reisen über Italien in die Schweiz. «Fallen diese aus, wird auch der Schweizer Tourismus das zu spüren bekommen», so Nydegger.

Fast 40 Millionen Hotelübernachtungen 2019

Der Schweizer Tourismus hat auch gute Neuigkeiten: 2019 wurden so viele Hotelübernachtungen wie noch nie verzeichnet – 39,6 Millionen Logiernächte wurden registriert. Davon stammten allein 17,9 Millionen aus der Schweiz, wie das Bundesamt für Statistik mitteilt.

Angesichts dieses Erfolgs sei die Stagnation aus der gesamten Eurozone aber bitter, wie Schweiz Tourismus in einer Medienmitteilung schreibt. So wurden 2008 noch vier Millionen mehr Logiernächte als 2019 gebucht.

Dabei stammten die meisten Touristen in der Schweiz aus Deutschland: Die Gäste aus dem grossen Kanton machen rund 4 Millionen Übernachtungen aus, gefolgt von Touristen aus den USA mit 2,4 Millionen. Die Golfstaaten verzeichneten hingegen mit einem Minus von 8,7 Prozent den stärksten Rückgang aller Herkunftsländer.

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.