Aktualisiert 15.09.2016 12:53

Super-ErregerJedes fünfte Poulet enthält schädliche Keime

Eine Probe von 100 Geflügelfleischpoben zeigt: 32 davon sind mit antibiotikaresistenten Keimen verseucht. Beim Poulet war es jede fünfte Probe.

von
kat
Keime fanden sich bei Coop, Migros, Aldi Schweiz und Lidl Schweiz: Ein Mann schneidet Pouletfleisch in Stücke. (Symbolbild)

Keime fanden sich bei Coop, Migros, Aldi Schweiz und Lidl Schweiz: Ein Mann schneidet Pouletfleisch in Stücke. (Symbolbild)

Keystone/Joerg Sarbach

Geflügel ist so beliebt wie auch heikel. Wer Poulet und Truthahn jedoch richtig zubereitet, dem kann nichts passieren, so die allgemeine Meinung. Ein Test des Magazins «Gesundheitstipp» zeigt nun, dass jede dritte Geflügelprobe Bakterien enthält, die gegen das wichtige Antibiotikum Colistin resistent sind.

Insgesamt wurden 100 Geflügelproben untersucht, bei 32 liess sich die Colistin-Resistenz nachweisen. Die Keime fanden sich laut dem Bericht im ­Truthahnfleisch von Coop, Aldi Schweiz und Lidl Schweiz. Beim Poulet waren es Produkte von Migros, Lidl Schweiz und Aldi Schweiz. Eine von fünf Poulet-Proben war betroffen, beim Truthahn sogar vier von fünf.

Das mit Keimen belastete Fleisch stammt ausschliesslich aus deutscher oder italienischer Geflügelmast. Keine Probe aus Schweizer Produktion liess auf Colistin-Resistenz schliessen.

Keime gelangen in den menschlichen Darm

Beim Verspeisen von mit sogenannten Super-Erregern besetztem Fleisch gelangen überlebensfähige, resistente Keime in den Darm, heisst es im Bericht weiter. Vor allem dann, wenn Fleisch nicht durch­gegart wird oder die Keime nach der Zubereitung an Fingern haften bleiben und zum Mund geführt werden.

«Sind diese Keime einmal im Darm, wird man sie nicht so schnell wieder los, sagt Andreas Widmer, Leiter ­Spitalhygiene am Universitätsspital Basel zum «Gesundheitstipp». Vom Darm aus könnten sie sich im Körper ausbreiten und unheilbare Entzündungen auslösen.

Die Detailhändler, bei denen Colistin-resistentes Fleisch nachgewiesen wurde, wehren sich: Werde Geflügelfleisch richtig zubereitet und die Hygieneanweisungen befolgt, könne der Kontakt mit Bakterien verhindert werden. Die Verantwortung liege beim Konsumenten.

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