Jedes vierte Handy ist ungenügend geschützt – ist deines auch dabei?
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Schweizer StudieJedes vierte Handy ist ungenügend geschützt – ist deines auch dabei?

Handy-Updates erhöhen die Sicherheit. Eine Umfrage von Comparis zeigt jedoch, dass ein Viertel der Befragten Update-Muffel sind. Sie setzen sich damit einem Sicherheitsrisiko aus.

von
Tobias Bolzern
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Ein Viertel der Nutzerinnen und Nutzer ignoriert Update-Meldungen konsequent.

Ein Viertel der Nutzerinnen und Nutzer ignoriert Update-Meldungen konsequent.

20min/Simon Glauser
Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Schweizer Vergleichsdienstes Comparis.ch.

Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des Schweizer Vergleichsdienstes Comparis.ch.

20min/Michael Scherrer
Das ist gefährlich: «Auf Handys sind sehr persönliche Daten gespeichert. Deren Schutz wird durch Updates verbessert. Wer diese nicht installiert, setzt sich dem Risiko eines Verlustes von Daten aus», sagt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick.

Das ist gefährlich: «Auf Handys sind sehr persönliche Daten gespeichert. Deren Schutz wird durch Updates verbessert. Wer diese nicht installiert, setzt sich dem Risiko eines Verlustes von Daten aus», sagt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick.

Oskar Moyano

Darum gehts

  • Der Vergleichsdienst Comparis hat untersucht, wie häufig Updates installiert werden.

  • Dabei hat sich gezeigt: Rund ein Viertel der befragten Personen sind Update-Muffel.

  • Sie setzen sich laut dem Digitalexperten von Comparis einem erhöhten Risiko aus.

«Morgen erinnern» – die Meldungen zu System-Updates sind schnell weggeklickt und schnell vergessen. Dies, obwohl sie meist nicht nur neue Funktionen beinhalten, sondern auch die Sicherheit der Geräte verbessern. Der Schweizer Vergleichsdienst Comparis.ch hat untersucht, wie es um die Zuverlässigkeit von Sicherheitsupdates steht.

Das Ergebnis: Jede vierte Person vernachlässigt die Aktualisierungen des eigenen Smartphones. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Comparis.ch. Fast drei Prozent der Handy-Nutzerinnen und -Nutzer machen gar keine Updates, 23 Prozent nur manchmal. Das ist kritisch: «Auf Handys sind persönliche Daten gespeichert. Deren Schutz wird durch Updates verbessert. Wer diese nicht installiert, setzt sich dem Risiko eines Verlustes von Daten aus», sagt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick. Um die Sicherheit und Stabilität der Geräte zu verbessern, seien regelmässige Updates deshalb unerlässlich.

Männer updaten häufiger

Frauen sind beim Updaten laut Comparis weniger konsequent als Männer: 78 Prozent der befragten Männer aktualisieren ihre Geräte immer. Bei den Frauen sind es nur knapp 69 Prozent. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Altersgruppen: Knapp sechs Prozent der 56- bis 74-Jährigen bringen ihr Handy nie auf den neuesten Stand. Bei den 18- bis 35-Jährigen sind es nur knapp ein Prozent und bei 36- bis 55-Jährigen zwei Prozent.

Unterschiede gibt es auch dann, wenn man die Nutzerinnen und Nutzer nach verwendeten Betriebssystemen aufteilt. So achten mehr iPhone-Userinnen und -User auf die Sicherheit. Laut Comparis installieren 78 Prozent der Personen mit einem iPhone alle Updates (20 Prozent manchmal). Bei Android sind es nur 70 Prozent (und 25 Prozent manchmal). Gar keine Aktualisierungen nehmen drei Prozent der Android-Nutzerinnen und -Nutzer vor, bei den iOS-Userinnen und -Usern sind es ein Prozent.

Meldung mit Wirkung

Die Gründe, wieso Updates überhaupt installiert werden, sind ganz unterschiedlich. So geben 76 Prozent der Befragten an, dass sie ihr Handy aktualisieren, um von den technischen Verbesserungen zu profitieren. Knapp 57 Prozent geben an, dass sie die Updates aus Datenschutzgründen herunterladen. Auf dem dritten Platz ist der Grund: «Um die neuesten Features zu nutzen». 

Dabei zeigt sich, dass die Warnmeldungen des Systems eine Wirkung haben: «Wiederkehrende Erinnerungen, das Handy auf dem neuesten Stand zu halten, können die Motivation der Userinnen und User steigern, die Aktualisierungen konsequent zu installieren», sagt Frick.

Lange Laufzeiten

Untersucht hat Comparis auch, wie lange Hersteller überhaupt Updates anbieten. Die Verfügbarkeit habe seit der letzten Analyse von 2018 bei allen Herstellern deutlich zugenommen, heisst es in einer Mitteilung. War damals bei drei bis fünf Jahren Schluss, hat sich dieser Wert heute auf bis zu sieben Jahre erhöht. «Auf dem Podest stehen Apple und Samsung: Sie liefern für ihre Geräte am längsten Sicherheitsupdates.»

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Comparis.ch im März 2022 unter 1025 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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