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VerkehrssicherheitJedes zweite Kind ist falsch angegurtet

Die Hälfte der Kinder wird im Auto falsch gesichert. Im Notfall kann das verheerende Folgen haben. Hauptproblem ist der Gurt.

von
vro
Oft sind Kinder falsch angegurtet. Auch die Position des Kindersitzes ist entscheidend.

Oft sind Kinder falsch angegurtet. Auch die Position des Kindersitzes ist entscheidend.

Kein Anbieter/Colourbox

Eine Studie aus Frankreich zeigt, dass dort in 66 Prozent der Fälle Kinder auf dem Rücksitz schlecht angegurtet sind. Probleme bereiten oft verdrehte oder zu lockere Gurte sowie solche, die unter den Armen durchgeführt werden. «Im Grunde wollen Eltern die Kinder gut sichern und sind sich ihrer Fehler nicht bewusst», bestätigt Aline Marty, Instruktorin für Verkehrssicherheit in Neuenburg, gegenüber «Le Matin».

Ein Beispiel: Häufig komme es vor, dass Eltern den Gurt des Kindersitzes verlängerten, weil es kalt ist und die Kinder Daunenjacken tragen. «Später, wenn sie dünnere Kleider tragen, vergessen die Eltern, die Gurte wieder zu verkürzen», so Marty. Da werde selbst der beste Gurt unnütz. Ein weiteres Problem seien auch Frontairbags, durch die – einmal ausgelöst – Babys im Kindersitz ersticken könnten.

Jeder zweite Sitz ist falsch positioniert

Laut dem TCS sind rund die Hälfte der Kinder falsch angegurtet. Eines von 14 Kindern sei zudem überhaupt nicht durch einen Gurt gesichert. «Bei einem Zusammenstoss können die Folgen selbst bei 50 km/h extrem sein», sagt Marty. Hinzu komme, dass das Kind selbst zu einem Wurfgeschoss werde und es andere Autoinsassen treffen könne.

Auch die Position des Kindersitzes ist entscheidend. So sei die Hälfte der Kinderschalen in die falsche Richtung ausgerichtet, sagt Marty. Korrekt wäre, sie gegen die Fahrtrichtung zu platzieren.

Kaum Kontrollen

In Frankreich werden pro Woche im Schnitt 340 Kinder bei Unfällen verletzt. Würden sie richtig angeschnallt, könnte diese Zahl gesenkt werden. Das gilt auch für die Schweiz, auch wenn die Anzahl verletzter Kinder bei Unfällen hier geringer ist.

«Die Sicherheit ist nur wirksam, wenn alle Regeln beachtet werden», sagt Matthias Müller, Sprecher des VCS. «Es ist wichtig, einen dem Alter und der Grösse entsprechenden Sitz zu wählen und darauf zu achten, dass das Kind richtig angeschnallt ist. Sonst ist er unnütz.»

In der Schweiz gilt seit April 2012, dass Kinder bis zwölf Jahre oder bis zu einer Grösse von 1,50 Meter in einem Kindersitz mitfahren müssen. Kontrolliert wird das jedoch kaum, schreibt «Le Matin».

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