Jedes zweite Kind raucht passiv

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Jedes zweite Kind raucht passiv

Alarmierende Statistik zum Weltkrebstag: Fast die Hälfte aller Kinder weltweit atmen durch Tabakrauch verschmutzte Luft ein. Meist sind die Eltern schuld, weil sie in der Wohnung oder im Auto rauchen.

Die Statistik sei erschreckend, hiess es an der Medienkonferenz zum heutigen Weltkrebstag. 700 Millionen Kinder, fast die Hälfte der Kinder weltweit, würden durch Passivrauch tödlichen Risiken ausgesetzt, erklärte die Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC). Der Präsident der UICC, der Tessiner Arzt und ehemalige SP-Nationalrat Franco Cavalli, stellte die Kampagne zum Schutz von Kindern vor Passivrauch vor.

Speziell Eltern werden aufgefordert, ihre Kinder zu Hause und im Auto nicht mit Tabakrauch einzunebeln. Passivrauch setze Kinder chronischen Gesundheitsrisiken aus, warnte die Vereinigung. Der Rauch erhöhe das Risiko von plötzlichem Kindstod bei Säuglingen, das Risiko von Ohreninfektionen und Asthma bei Schulkindern und verursache Bronchitis und Lungenentzündungen bei Jugendlichen. Wenn Eltern schon vor der Geburt des Babys rauchten, trage dies zu niedrigem Geburtsgewicht bei und schädige die Ausbildung der kindlichen Lunge.

Mit der von Plakaten begleiteten Initiative mit dem Titel «Ich mag meine rauchfreie Kindheit» appelliert die Vereinigung primär an die Verantwortung von Eltern und Einzelpersonen im Umgang mit Kindern. «Werden Sie zum Vorbild für Ihre Kinder - rauchen Sie nicht», lautet eine zentrale Botschaft. Aber auch politische Entscheidungsträger seien gefordert, schreibt die UICC. Die Union strebt ein 100-prozentiges Rauchverbot in allen geschlossenen öffentlichen Räumen an.

Cavalli präsentierte in Genf einen internationalen Bericht über die neusten Erkenntnisse zum Passivrauchen von Kindern. Demnach fiel etwa der Anteil der durch Nikotin im Körper produzierten Chemikalie Cotinine bei schottischen Kindern stark ab, nachdem ihr Heimatland strenge Rauchgesetze eingeführt hatte. «Länder, die das 100-prozentige Rauchverbot durchgesetzt haben, sollten eine Anerkennung erhalten für ihren Beitrag, den sie für die Existenz gesünderer Familien leisten», sagte Cavalli.

Irland war 2004 das erste Land, das ein Gesetz zum totalen Rauchverbot in öffentlichen Räumen erliess. Grossbritannien, Neuseeland, Uruguay, Bermuda, Bhutan und der Iran haben ähnliche Gesetze erlassen. Im Kanton Genf wird am 24. Februar über ein Rauchverbot in öffentlichen, geschlossenen Räumen abgestimmt. Die Krebsliga Zürich wies am Montag auf ihre Rauchstopp-Kurse hin. Die typische Teilnehmerin sei 45 Jahre alt und rauche täglich 24 Zigaretten, heisst es in der Mitteilung. (dapd)

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