Jelmoli-Aufspaltung nimmt wichtige Hürde
Aktualisiert

Jelmoli-Aufspaltung nimmt wichtige Hürde

Der Aufspaltung des Jelmoli-Konzerns in eine Investment- und eine Immobiliengesellschaft steht grundsätzlich nichts mehr im Weg.

Wie Jelmoli am Dienstag mitteilte, zeigt sich nun auch Mehrheitsaktionär Georg von Opel mit der strategischen Neuausrichtung einverstanden. Noch sind aber nicht alle Details geklärt.

Laut der Mitteilung hat von Opels Investmentfirma Pelham «ihre grundsätzliche Unterstützung für den ersten Schritt» der neuen Konzernstrategie bekundet. Diese sieht eine Aufspaltung von Jelmoli in zwei an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen vor. Die Immobiliengesellschaft wird eine konservative Kapitalstruktur mit einem Verschuldungsgrad zwischen 40 und 50 Prozent haben, was der Gesellschaft die erforderliche Flexibilität geben soll, wie es heisst. Die Investmentstrategie sei noch nicht abschliessend festgelegt, soll aber darauf fokussieren, in attraktive Anlagemöglichkeiten mit Renditeprofilen zu investieren, die für öffentliche Investoren nicht ohne weiteres zugänglich seien. Die Aufspaltung ist in einer steuerneutralen Ausgabe der Aktien der Investmentgesellschaft vorgesehen, so dass Jelmoli-Aktionäre Wertpapiere beider Gesellschaften besitzen werden. Diesem Vorhaben müssen die Aktionäre allerdings noch an einer ausserordentlichen Generalversammlung zustimmen, die voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres stattfindet. Nötig ist eine einfache Mehrheit.

Von Opel, der Spross der deutschen Autodynastie, hatte sich lange nicht festgelegt, ob er diese Neuausrichtung unterstützen wird. Er hatte bisher stets auch ein Übernahmeangebot nicht ausgeschlossen und betont, dass er den Umbau von Jelmoli in eine Investmentfirma als eine für alle Aktionäre attraktive Variante halte.

Noch offen ist aber, ob auch die weiteren Pläne des Jelmoli-Verwaltungsrats aufgehen. Dieser will bei der Immobiliengesellschaft eine Einheitsaktie schaffen, weshalb von Opel seine Stimmrechte aufgeben müsste. Als Ausgleich würde er eine Kompensationsprämie erhalten. Pelham-Sprecher Siro Barino sagte auf Anfrage, man werde der Vereinheitlichung der Aktien nicht grundsätzlich entgegenwirken. Es sei nun aber am Verwaltungsrat, eine angemessene Prämie zu definieren. Nähere Angaben machte er nicht.

Von Opel wird sich aber auch mit einer Reihe weiterer Aktionäre über die Höhe der Kompensationsprämie einigen müssen, wie Jelmoli weiter schreibt. Dazu wird nach Abschluss des ersten Strategieschritts eine weitere ausserordentliche Generalversammlung einberufen. Jelmoli geht davon aus, bis Anfang 2009 auch den zweiten Schritt zum Abschluss bringen zu können. Der Strategiewechsel wurde eingeleitet, nachdem der geplante Verkauf der Immobilien für 3,4 Milliarden Dollar an ein israelisches Konsortium im letzten Herbst gescheitert war.

An der Schweizer Börse gab der Kurs der Jelmoli-Inhaberaktie zunächst etwas nach. Bei Börsenschluss stand er mit 2.746 Franken um 0,2 Prozent über dem Vorabendschlusskurs. (dapd)

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