Zürich: Jelmoli gibt Comeback in der Agglo – am Flughafen
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ZürichJelmoli gibt Comeback in der Agglo – am Flughafen

Das Milliarden-Projekt The Circle am Flughafen Zürich wächst nun in die Höhe. Rund 50 Prozent der Flächen sind vermietet – unter anderem an Jelmoli.

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sda/rom
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Mit gleich drei Stores zieht Jelmoli an den Flughafen Zürich. Der grösste davon mit rund 2000 Quadratmetern Fläche entsteht im so genannten Circle-Gebäude.

Mit gleich drei Stores zieht Jelmoli an den Flughafen Zürich. Der grösste davon mit rund 2000 Quadratmetern Fläche entsteht im so genannten Circle-Gebäude.

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Welche Brands dort präsent sein werden, ist noch offen. Die Eröffnung ist im Jahr 2019.

Welche Brands dort präsent sein werden, ist noch offen. Die Eröffnung ist im Jahr 2019.

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Mit 534 Millionen im Jahr 2015 ist der Flughafen Zürich schweizweit das Einkaufszentrum mit dem zweithöchsten Umsatz. Im Airside-Center (Bild) dominieren Läden von hochpreisigen Bands. Hier halten sich vor allem Touristen und Transit-Passagiere auf.

Mit 534 Millionen im Jahr 2015 ist der Flughafen Zürich schweizweit das Einkaufszentrum mit dem zweithöchsten Umsatz. Im Airside-Center (Bild) dominieren Läden von hochpreisigen Bands. Hier halten sich vor allem Touristen und Transit-Passagiere auf.

Keystone/Gaetan Bally

Vor 20 Jahren hat Jelmoli fast alle seine Warenhäuser geschlossen – vom Glattzentrum über Luzern bis Genf. Nur das Flaggschiff in der Zürcher City blieb. Nun expandiert der Retailer erstmals wieder: In die Agglomeration, genauer an den Flughafen Zürich. «Jelmoli ist ein wichtiger Ankermieter», sagte Flughafen-Chef Stephan Widrig am Mittwoch vor den Medien.

Die Flughafen Zürich AG hat mit dem Retailer einen Vertrag geschlossen für drei verschiedene Formate an drei Standorten. Der grösste Standort wird mit gut 2000 Quadratmetern Fläche im künftigen Dienstleistungszentrum The Circle realisiert. Welche Brands dort vertreten sein werden, ist noch offen.

Moncler und Zegna

Im Airport Center unter den Parkings plant Jelmoli weiter einen «Digital Concept Store» . Mit interaktiven Elementen und modernsten Technologien werden hier Online-Shopping und individuelle Beratung kombiniert. Ein Teil des Haupthaus-Sortiments soll auch physisch angeboten werden und ausserdem ist eine «Click & Collect»-Abholstation geplant.

Am dritten Standort im Airside Center, also nach Check-in und Sicherheitskontrolle, setzt Jelmoli ganz auf Luxusmarken – unter anderem etwa Moncler und Ermenegildo Zegna. Die drei Jelmoli-Stores sollen ab 2019 gestaffelt eröffnet werden.

«Der Flughafen Zürich bietet die optimale Plattform, Infrastruktur und Lage. um Jelmoli als Marke und Premium Department Store bei einer internationalen Kundengruppe zu stärken», wird René Zahnd zitiert. Er ist CEO der Swiss Prime Site, zu der Jelmoli gehört.

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Um die Umsätze halten zu können, haben Schweizer Einkaufszentren kreative Ideen.

Die Nummer 2 der Center

Dass der Flughafen für den Detailhandel besonders ist, bestätigt Shoppingcenter-Branchenkenner Marcel Stoffel: «Die enorm hohe Frequenz und die langen Öffnungszeiten am Abend sowie am Sonntag sind ein Riesen-Standortvorteil gegenüber den anderen Einkaufszentren.» Kein Wunder hat sich das Airport-Center in den letzten zehn Jahren hinter dem Glattzentrum zur Mall mit dem zweithöchsten Umsatz der Schweiz gemausert: 534 Millionen Franken im Jahr 2015.

Laut Stoffel befindet sich Jelmoli mit seinem hochpreisigen Angebot gerade im Airside-Center mit den vielen Luxusgeschäften in bester Gesellschaft: «Zudem ist The Circle mit seinem Mix aus Shopping, Gastro, Business, Lifestyle und Hotel landesweit einzigartig und dürfte den Flughafen als Freizeitdestination noch interessanter machen.»

Bei den Büroflächen harzt es noch

Ursprünglich sollte das Dienstleistungszentrum The Circle in zwei Etappen verwirklicht werden. Weil die Vermarktung der ersten Etappe jedoch so gut voranschritt, entschieden die Bauherren im Spätsommer, beide Etappen gleichzeitig zu bauen. Inzwischen sind insgesamt 50 Prozent der rund 180'000 Quadratmeter Fläche vermietet.

Noch nicht so weit gediehen ist die Vermietung der Büroflächen. Drei Jahre vor Eröffnung beunruhigt dies die Verantwortlichen aber nicht. Der Büromarkt insgesamt sei anspruchsvoll und die Entscheide fielen eher kurzfristig, sagte Stefan Gross, Kommerz-Chef der Flughafen Zürich AG. Er sei optimistisch, dass die Büros vom Markt gut angenommen würden.

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