St. Gallen - «Jemand, der Frauen schlägt, muss Hausverbot kriegen»
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St. Gallen «Jemand, der Frauen schlägt, muss Hausverbot kriegen»

Eine News-Scout berichtet, dass sie in einem St. Galler Lokal geschlagen wurde. Zu ihrem Entsetzen wurde der Mann nicht rausgeschmissen. Das Lokal verteidigt das Vorgehen.

von
Leo Butie
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F. N. wurde von einem unbekannten Mann geschlagen und niedergestossen. Sie ertappte ihn, als er kurz zuvor eine Frau belästigte.

F. N. wurde von einem unbekannten Mann geschlagen und niedergestossen. Sie ertappte ihn, als er kurz zuvor eine Frau belästigte.

Privat
 «Ich habe dann zu ihm gesagt, er solle das sein lassen», schildert N. das Geschehene. Der Mann sei dann laut geworden und habe N. derart fest am Arm gepackt, dass sie blaue Flecken davontrug. 

«Ich habe dann zu ihm gesagt, er solle das sein lassen», schildert N. das Geschehene. Der Mann sei dann laut geworden und habe N. derart fest am Arm gepackt, dass sie blaue Flecken davontrug.

Privat
In einem St. Galler Lokal ereignete sich am frühen Sonntagmorgen die Auseinandersetzung.

In einem St. Galler Lokal ereignete sich am frühen Sonntagmorgen die Auseinandersetzung.

20min/leo

Darum gehts

  • News-Scout F. N. wurde am frühen Sonntagmorgen in einem St. Galler Lokal von einem Mann geschlagen.

  • Anschliessend habe er sich weiter in der Bar aufgehalten.

  • N. ist entsetzt, dass das Personal nicht härter durchgegriffen hat.

  • Das Lokal bestätigt eine Auseinandersetzung und spricht von einer unklaren Lage.

  • Normalerweise erhalten gewalttätige Besucher ein Hausverbot.

Ein Ereignis in einem St. Galler Lokal lässt News-Scout F. N.* nicht los. Dort verbrachte sie die frühen Morgenstunden zusammen mit Kolleginnen und Kollegen. Aus dem Augenwinkel konnte N. beobachten, wie ein Mann eine Frau belästigte. «Ich habe dann zu ihm gesagt, er solle das sein lassen», schildert N. das Geschehene. Der Mann sei dann laut geworden und habe N. derart fest am Arm gepackt, dass sie blaue Flecken davontrug.

Als der Mann nach einem Wortgefecht zu einem Schlag ausholte und ihre Kollegin treffen wollte, ging N. dazwischen. «Ich habe dann einen ziemlich heftigen Schlag erwischt», sagt die 44-Jährige aus St. Gallen. Was sie noch mehr entsetzt, ist die Tatsache, dass das Barpersonal nicht eingegriffen hat. «Es gab anschliessend keinen Verweis vom Türsteher. Jemand, der Frauen schlägt und belästigt, muss Hausverbot kriegen», sagt N. Ihr sei mitgeteilt worden, dass die Bar über keine derartigen Kompetenzen verfügt. «Dann wurde mir sogar gesagt, dass ich selbst schuld sei und es provoziert habe», ärgert sich N.

Lokal soll nicht eingegriffen haben

Anstatt den Mann von der Lokalität wegzuweisen, sei er immer wieder ein und aus gegangen. «Sowas habe ich noch nie erlebt», so N. Sie hat nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Beim Lokal wird bestätigt, dass es am frühen Sonntagmorgen zu einer Streiterei gekommen ist. «Ich war gerade dabei, die Bar aufzuräumen, als eine sehr aufgebrachte Frau zu mir kam», sagt die Barchefin gegenüber 20 Minuten. Als Erstes habe sie die Frau beruhigen müssen. «Ich musste dreimal fragen, was los ist, bevor ich eine Antwort bekam», sagt sie.

Sofort zum Türsteher gehen

Anstatt zum Türsteher zu gehen, habe die Frau den Mann selbst aus der Bar geworfen. «In einem solchen Fall sollte man immer zuerst den Türsteher informieren», sagt die Chefin. Dieser arbeite seit Jahren für das Lokal und man stehe voll und ganz hinter ihm.

Am Sonntagmorgen ist es für die Verantwortlichen noch immer unklar, was geschehen ist. Auch sei viel Alkohol im Spiel gewesen. Aber: «Es ist klar, dass jemand, der gewalttätig ist, auf die Strasse gestellt wird und Hausverbot erhält.»

*Name der Redaktion bekannt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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