Pokemon-Hype: «Jemand hat mir für diese Pokemon-Karte sein Auto angeboten»
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Pokemon-Hype«Jemand hat mir für diese Pokemon-Karte sein Auto angeboten»

In diesem Monat feiert Pokemon seinen 25. Geburtstag. Noch immer sind die Karten beliebt. Sie werden im Internet zu horrenden Preisen gehandelt. Zwei Verkäufer aus Bern und Solothurn berichten von ihrem Bezug zu den farbigen Monstern.

von
Raphael Casablanca
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Kevin Schneiter versteigert auf der Auktionsplattform Ricardo seine glänzende Turtok-Pokemonkarte aus der ersten Edition von 1999.

Foto: 20min/Matthias Spicher

Kevin Schneiter versteigert auf der Auktionsplattform Ricardo seine glänzende Turtok-Pokemonkarte aus der ersten Edition von 1999.

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Das aktuelle Gebot liegt bei 760 Franken. Die Auktion endet am 23. Feburar.

Foto: 20min/Matthias Spicher

Das aktuelle Gebot liegt bei 760 Franken. Die Auktion endet am 23. Feburar.

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20min/Matthias Spicher
Da er die Karte doppelt besitzt, will er sie verkaufen.

Foto: 20min/Matthias Spicher

Da er die Karte doppelt besitzt, will er sie verkaufen.

Foto: 20min/Matthias Spicher

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Darum gehts

  • Seit Jahren steigt der Preis von alten Pokemon-Karten. Momentan kosten sie mehr denn je.

  • Zwei Verkäufer berichten über ihren Bezug zu den Karten und weswegen sie denken, dass der Wert der Pokemon-Karten noch weiter steigen wird.

  • Der Preis wird durch Videos von Streamern und Youtubern in die Höhe gepusht.

Vor über 20 Jahren war die Welt im Pokemon-Fieber. Weltweit sammelten Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene die bunten Karten und tauschten sie untereinander. Mit der Handyapp «Pokemon Go» kehrten die Monster 2016 dann zurück in den Mainstream. Seither stiegen die Preise der seltenen Sammelkarten in unvorstellbare Höhen und sind nun gefragter denn je. Grund dafür sind zahlreiche Youtuber und Streamer, welche die Sammelkarten in ihren Videos abfeiern.

Auch Kevin Schneiter aus Bern hat es wieder gepackt. Der 21-Jährige versteigert auf der Auktionsplattform Ricardo eine glänzende Turtok-Pokemonkarte der ersten Edition aus dem Jahr 1999, eine der beliebtesten Karten im Spiel. Das aktuelle Gebot liegt bei 760 Franken (Stand 22. Februar, 18 Uhr). Wer sie sofort kaufen will, muss 960 Franken hinblättern.

Als Schneiter ein Bild der Karte auf Facebook teilte und die User aufforderte, ihm einen Preisvorschlag zu machen, wurde er von Angeboten überhäuft. «Es ging soweit, dass mir jemand sein Auto, einen VW Lupo, für die Karte anbot», so Schneiter. Ein Angebot, das der Berner dankend ablehnte: «Am Ende des Tages handelt es sich um eine Karte aus Karton. Dass mir jemand dafür sein Auto anbot, ist schon echt verrückt.»

Nostalgie & Wertanlage

Schneiter und seine Freunde verbinden die Sammelkarten mit schönen Erinnerungen aus der Kindheit. «Niemand, den ich kenne, kauft die Karten nur wegen deren Wert. Viele positive Emotionen aus der Kindheit spielen beim Kauf eine Rolle». Er selbst hat sich drei der beliebtesten glänzenden Sammelkarten (Glurak, Bisaflor und Turtok) aus dem Release-Jahr 1999 bei einem Händler ersteigert und zahlte dafür rund 3000 Franken. «Ich sehe dies als eine Art Investment. Man kann davon ausgehen, dass der Wert der Karten weiter steigen wird. Da ich die Turtok-Karte nun doppelt habe, verkaufe ich eine davon.»

Als Schneiter noch jünger war, hatte er hunderte von Pokemon-Karten. «Als ich älter wurde, warf ich praktisch alle davon weg, da ich nichts mehr mit ihnen anzufangen wusste. Als ich dann sah, zu welchem Wert diese Karten heute gehandelt werden, wurde ich nostalgisch und befasste mich wieder mit den Pokemon.»

Der Preis der Pokemon-Karten explodiert

Auch Ivan Guldimann aus dem Kanton Solothurn widmet sich erneut den farbigen Monstern: «Seit 2016 sammle ich wieder aktiv Pokemon-Karten. Wie bei den meisten ist das Hobby auch bei mir mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden.» Auf Facebook verkauft der 29-Jährige nun drei ungeöffnete Päckchen, sogenannte Booster, in denen zehn Pokemon-Karten von 1999 drin sind. Kostenpreis: 399 Franken. «Im Jahr 1999 kosteten die Booster hierzulande ungefähr 8 Franken», weiss der leidenschaftliche Sammler.

Er ist sich sicher, dass der Wert von Pokemon-Karten in einwandfreiem Zustand weiter steigen wird: «Seit 2016 ist eine deutliche Wertsteigerung der Karten zu beobachten. In den letzten zwei Jahren explodierten die Preise nochmals aufgrund der populären Videos von Youtubern und Streamern. In Sammlerkreisen waren die Preise bereits vorher sehr hoch, doch der riesige Andrang der Masse konnte die Preise noch weiter hochkatapultieren.» Solange eine beliebte Karte aus dem Release-Jahr in perfektem Zustand sei, könne diese Geld einbringen: «Da muss die Karte nicht einmal besonders selten sein. Selbst eine gewöhnliche Karte von Bisasam kann in Top-Zustand rund 1200 Euro einbringen».

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