Aktualisiert 19.06.2015 07:26

GenfJemeniten prügeln sich bei Friedensgesprächen

Der Konflikt zieht sich bis in die Westschweiz: Eine Pressekonferenz nach Friedensverhandlungen zwischen Rebellen und Regierung artete in eine Keilerei aus.

von
hvw
Gespräche ohne Erfolg: Die Pressekonferenz zu Verhandlungen zwischen Rebellen und Regierung im Jemen artete in eine Keilerei aus (18. Juni 2015).

Gespräche ohne Erfolg: Die Pressekonferenz zu Verhandlungen zwischen Rebellen und Regierung im Jemen artete in eine Keilerei aus (18. Juni 2015).

Es begann mit dem Protest einer Vertreterin der Exil-Regierung, als einer der gegnerischen Rebellen sprach. Die verhüllte Frau schleuderte Beleidigungen gegen Rebellen-Vertreter Hamzah al-Huthi, warf eine Sandale nach ihm und versuchte daraufhin, ihm seine Unterlagen wegzunehmen und sein Mikrofon zu beschädigen. Daraus entwickelte sich eine ausladende Keilerei zwischen Vertretern verfeindeter Verhandlungsdelegationen.

Rebellen-Vertreter Al-Huthi war gerade dabei gewesen, die zerstörenden Luftschläge der Militärallianz unter saudi-arabischer Führung zu brandmarken. Diese bekämpft die gegenwärtige Dominanz der Huthi-Bewegung in weiten Teilen Jemens, während der gewählte Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi nach seiner Flucht aus Sanaa im saudi-arabischen Exil verharrt.

Die Medienkonferenz wurde für etwa zehn Minuten unterbrochen, ohne dass die Polizei gerufen werden musste.

Keine Direktgespräche

Mit Verspätung hatten am Dienstag in Genf Friedensverhandlungen zwischen den Kriegsparteien im Jemen begonnen. Der UNO-Sondergesandte und Vermittler Ismail Ould Scheich Ahmed traf sich seither mit beiden Seiten separat. Direkte Gespräche lehnen die Delegationen ab.

Die UNO hofft, dass durch die Gespräche Vertrauen geschaffen werden kann, damit sich die Delegationen an einen Tisch setzen. Das Ziel der Gespräche ist zunächst, die Kämpfe einzustellen.

Im Jemen kämpfen seit Monaten die schiitischen Huthi-Rebellen mit Getreuen von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh im Militär gegen Anhänger des gewählten und international anerkannten Präsidenten Hadi um die Macht.

Nach Angaben der UNO, die von einer humanitären Katastrophe im Jemen spricht, wurden bereits 2600 Menschen in dem Konflikt getötet. (hvw/sda)

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