Huthi-Rebellen: Jemens Präsident flüchtet ausser Landes
Aktualisiert

Huthi-RebellenJemens Präsident flüchtet ausser Landes

Die schiitischen Huthis haben den Flughafen von Aden erobert. Kurz zuvor war Staatschef Hadi auf dem Seeweg aus der Stadt geflohen. Wo er sich aufhält, ist zunächst unklar.

Jemens Präsident Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat vor den angreifenden Rebellen die Flucht ergriffen.

Jemens Präsident Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat vor den angreifenden Rebellen die Flucht ergriffen.

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi ist vor den vorrückenden Huthi-Rebellen offenbar ausser Landes geflohen. Er habe die Stadt Aden auf dem Seeweg verlassen, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AP. Zuvor hatte es noch geheissen, er koordiniere von einem Kommandozentrum aus den Abwehrkampf gegen die Huthis, die nur wenige Stunden nach Hadis Flucht den Flughafen Adens eroberten.

In der südjemenitischen Stadt waren fast alle Läden und Cafés geschlossen, in den wenigen geöffneten starrten die Menschen gebannt auf die Fernsehschirme. Über den Staatssender setzten die Huthis ein Kopfgeld von 100'000 Dollar für die Ergreifung des Präsidenten aus.

Über dessen Aufenthaltsort gab es den ganzen Tag über widersprüchliche Informationen. Augenzeugen sagten der AP, sie hätten einen Fahrzeugkonvoi aus dem Präsidentenpalast fahren sehen. Weitere Fahrzeuge fuhren zum Flughafen.

Luftwaffenstützpunkt fällt an die Rebellen

Hadi – nach wie vor der international anerkannte Präsident des Landes – schien sich mit der Flucht ausser Landes in Sicherheit gebracht zu haben. Die Huthis nahmen allerdings seinen Verteidigungsminister Mahmud al-Subaihi in der Provinz Lahdsch gefangen, wie die Regierung bestätigte.

Der Luftwaffenstützpunkt Al-Annad, in dem bis vor wenigen Tagen noch britische und amerikanische Soldaten stationiert waren, fiel bereits am Vormittag an die Rebellen, wie ihr Fernsehsender Al-Masira berichtete. Am Abend eroberten sie dann den Flughafen des nur 60 Kilometer entfernten Aden. Armeevertreter sagten der AP, die Hadi treu ergebenen Soldaten und Milizen seien «zerfallen». Bewohner von Aden plünderten angesichts der möglicherweise bevorstehenden Eroberung der Stadt Militärlager.

An der Seite der schiitischen Huthis kämpften auch Soldaten des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Salih. Sie halfen den Rebellen bereits im September die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle zu bringen, im Januar besetzten die Huthis schliesslich den Präsidentenpalast und stellten Hadi unter Hausarrest. Nach seiner Freilassung floh Hadi nach Aden und erklärte es zur vorübergehenden Hauptstadt des Landes.

Saudi-Arabien in Alarmbereitschaft

Der jemenitische Aussenminister Riad Jassin sagte dem Sender Al-Arabija, er habe am Mittwoch bei der Arabischen Liga offiziell die Entsendung einer Einsatztruppe gegen die Huthis gefordert. Hadi selbst hatte bereits die UN um Hilfe gebeten. Die Luftangriffe auf den Präsidentenpalast in Aden bezeichnete Jassin als versuchtes Attentat auf Hadi und warnte vor einer iranischen Übernahme des Jemen. Die Regierung sieht die Huthis als verlängerten Arm Teherans.

In Saudi-Arabien und anderen sunnitisch geprägten Staaten der Region wurde der Hilferuf Hadis gehört. Die Regierung in Riad erklärt, sie würde die «notwendigen Massnahmen» ergreifen, sollte der «Putsch der Huthis» nicht friedlich enden. (sda)

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