Aktualisiert 11.03.2011 17:49

Star StyleJessica haut sie alle um

Hollywood feiert sie als Sexsymbol. Dabei ist Jessica Alba überzeugte Feministin, die sich nur ungern vor der Kamera auszieht. Und
zurückschlägt, wenns nötig ist.

Kein Mann sagt mir, was ich zu tun habe Jessica mit 8.

Kein Mann sagt mir, was ich zu tun habe Jessica mit 8.

Jessica Alba träumt viel. Meist vermöbelt sie in ihren Träumen irgendwelche Kerle. Oder verfolgt sie mit dem Auto. «Ich glaub, ich lass damit Dampf ab, weil ich mich den Jungs immer unterlegen fühlte.»

Schon als kleines Mädchen ist Jessica viel mehr am Baseballschläger ihres Bruders als an ihren Barbies interessiert, nimmt lieber Karate- als Ballettunterricht. Mädchen sein war nie genug für Jessica.

Als sie 1981 geboren wurde, waren ihre Eltern selbst noch Teenager. Jessica ist ein klassisches GI-Kind: Der Vater ist Soldat bei der Luftwaffe, verdient 1400 Dollar im Monat, das Geld reicht nie, und ständig müssen sie und ihr jüngerer Bruder Josh auf neue Militärbasen umziehen. Der Vater ist ein mexikanisch­stämmiger Amerikaner, er erzieht die Kinder streng, katholisch, konservativ. Jessica Alba merkt früh, dass in der traditionellen Latino­familie Frauen den Männern nicht gleichgestellt sind. Und das geht ihr schon als kleinem Mädchen völlig gegen den Strich. In einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» sagt sie: «Es gibt Videos, wo ich als 8-Jäh­rige erzähle: Ich bin eine unabhängige Frau! Kein Mann sagt mir, was ich zu tun habe.» Nachdem Jes­sica mit 12 Jahren in einigen TV-Spots und Kinderserien mitspielt, will sie nur noch eins: eine erfolgreiche Schauspielerin werden. Unterstützung kriegt sie von ihrer amerikanischen Mutter Catherine, die sie ohne das Wissen des Vaters zum Schauspielunterricht fährt. Schon mit 14 ist sie Hauptdarstellerin in «Flipper», mit 17 wird sie zum Dark Angel in der gleichnamigen Science-fiction-Serie. «Ich war schon als Kind sehr erwachsen und später ein sehr unentspannter Teenager. Immer musste ich alles unter Kontrolle haben. Ich habe ständig über das Morgen nachgedacht und wie ich noch mehr Geld verdienen könnte»,

er­innert sich Jessica.

Die Frau fürs Grobe

Ein Kontrollfreak ist Jessica auch heute noch. Und brav. Sie betrinkt sich nie. Und hat noch nie Drogen probiert. In Interviews beschreibt sie sich selbst als ernsthafte Person, die ständig grossen Druck verspürt und versucht, an eine Million Dinge zu denken.

Ein beliebtes Mädchen, das höchstens bei Promibloggern unbeliebt ist, weil sie auf Paparazzibildern nie lacht. Nicht mal, wenn sie mit Töchterchen Honor Marie im Park spielt. Auf der Leinwand ist sie oft die Frau fürs Grobe. In «Machete» verhaut sie in Stilettos böse Jungs, in «Fantastic Four» spielt sie eine Superheldin, die sich unsichtbar machen kann. Was würde Jessica tun, könnte sie unsichtbar sein? «Checken, ob jemand hinter meinem Rücken über mich herzieht.»

Manche Aspekte ihres Lebens kann Jessica halt nicht beeinflussen. Seit ihrer Rolle als Beachbabe Sam im Surferstreifen «Into the Blue» gilt sie als Sexsymbol. Jedes Jahr steht sie auf den Hottest-Celebrity-Listen. Das passt ihr nicht, sie bezeichnet sich als Feministin: «Ich bin nicht gern ein Sexsymbol, aber es hilft den Studios, Filme mit mir zu verkaufen.» Trotzdem steckte die Branche sie in die Schub­lade der hübschen, faden Hol­ly­wood­babes. «Eine Zeit lang bekam ich nur noch An­ge­bote für dümmliche Chickflicks oder zweitklassige Horrorfilme. Aber ich lass mich doch nicht in einem weis­sen, durchsichtigen Top durch den Wald jagen», ärgert sie sich.

Dieses Image loszuwerden, ist schwierig. Vor allem, wenn man jedes Jahr für den Razzie Award, den Anti-Oscar, nominiert ist. Dieses Jahr bekam Jessica gleich vier Awards als schlechteste Nebendarstellerin in «The Killer Inside Me», «Little Fockers», «Valen­tine's Day» und «Machete».

Unerträglich nackt

Jessica beschliesst, sich in Filmen nicht nackt zu zeigen. Als sie die Rolle der Stripperin Nancy in «Sin City» angeboten bekommt, überredet Jessica Regisseur Robert Rodriguez dazu, die Stripszenen angezogen zu filmen. In Verträgen besteht sie auf der No-Nudity-Klausel.

Die Sex- und Nacktszenen in ihrem neuen Film «The Killer Inside Me» sind beinahe unerträglich für Jessica. «Es war für mich extrem schwierig, mit jemandem so intim zu sein. Obwohl es nur gespielt war.» Im Film spielt sie die Prostituierte Joyce, die sich in ihren Killer verliebt und ihm so hörig wird, dass sie sich beim Sex von ihm zusammenschlagen lässt. «Joyce ist das pure Gegenteil von mir. Sie lässt sich blutig prügeln, schlägt aber nicht zurück. Das würde mir nie passieren.» Jessica will nicht, dass ihre Tochter den Film je sieht. Im Interview mit dem amerikanischen «People»-Magazin verrät sie: «Honor soll mich nicht in dieser völlig ausgelieferten Rolle sehen. Das gibt ihr ein falsches Bild von mir.» Ob sie ihre Tochter unterstützen würde, wenn sie mit 12 ins Fernsehen will? «Absolut. Manchmal muss man auf etwas verzichten, um Erfolg zu haben. Auch wenn es die Kindheit ist.»

Mit dem Rücken zur Wand

Der Kleinstadt-Cop Lou Ford (Casey Affleck) verfällt der Prostituierten Joyce (Jessica Alba). Der gewalttätige Sex mit ihr weckt den Psycho­pathen in ihm. Der Film ist eine unvorhersehbare Gewalt­orgie über zwei nicht zu rettende Seelen. Einige Szenen sind so krass, dass selbst Jessica aus der Premiere lief.

«The Killer Inside Me», jetzt im Kino

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