USA: «Jessie, geh nach Hause» – Walmart-Schütze soll die Opfer ausgesucht haben

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USA«Jessie, geh nach Hause» – Walmart-Schütze soll die Opfer ausgesucht haben

Die Bluttat durch einen Mitarbeiter in dem US-Supermarkt wirft weiter Fragen auf. Eine weitere Zeugin schildert ihr Erlebtes nun anders als zuvor eine ihrer Kolleginnen. Der Schütze tötete sechs Menschen und sich selbst. 

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Ein Motiv für die Tat in Chesapeake, einer Stadt nahe der Küste Virginias mit etwa 250’000 Einwohnern, hatte die Polizei am Donnerstag zunächst noch nicht ermittelt. (Archivbild)

Ein Motiv für die Tat in Chesapeake, einer Stadt nahe der Küste Virginias mit etwa 250’000 Einwohnern, hatte die Polizei am Donnerstag zunächst noch nicht ermittelt. (Archivbild)

IMAGO/ZUMA Wire
Am 23. November hat ein Mann in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Virginia sechs seiner Kollegen und sich selbst gerichtet. 

Am 23. November hat ein Mann in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Virginia sechs seiner Kollegen und sich selbst gerichtet. 

IMAGO/USA TODAY Network
Eine Zeugin sagt aus, sie habe beobachtet, wie der Täter zurückgekommen sei und auf bereits tote Menschen geschossen habe.

Eine Zeugin sagt aus, sie habe beobachtet, wie der Täter zurückgekommen sei und auf bereits tote Menschen geschossen habe.

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Darum gehts

Der Todesschütze in einer Walmart-Filiale im US-Staat Virginia hat nach Angaben einer Zeugin Opfer gezielt ins Visier genommen. Auf einige der Opfer habe er auch dann noch geschossen, als sie bereits getroffen gewesen seien und tot erschienen, sagte Jessica Wilczewski, die anwesend war, als der 31-jährige Nachtschicht-Teamleiter einen Pausenraum betrat, in dem sich seine Kolleginnen und Kollegen gerade auf die Nachtschicht von Dienstag auf Mittwoch vorbereiteten, und plötzlich mit einer Pistole das Feuer eröffnete.

Eine andere Angestellte des Supermarkts, Briana Tyler, hatte die Schüsse zunächst als wahllos beschrieben.

«Die Art, wie er sich verhielt – er ging auf die Jagd», sagte Wilczewski der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag (Ortszeit). «So, wie er die Gesichter der Menschen anschaute und die Art, wie er tat, was er tat, suchte er Leute heraus.» Sie habe beobachtet, wie der Täter zurückgekommen sei und auf bereits tote Menschen geschossen habe. «Was ich weiss, ist, dass er sicherstellte, dass wen er tot wollte, tot war.»

«Jessie, geh nach Hause»

Womöglich sei sie, die erst seit fünf Tagen in dem Supermarkt arbeitete, verschont worden, weil sie neu gewesen sei, sagte sie. Ein Mitarbeiter, der neben ihr gesessen habe, als es losging, habe sie unter einen Tisch gezogen, um sich dort zu verstecken. Der Schütze habe ihr gesagt, sie solle unter dem Tisch hervorkommen. Als er gesehen habe, wer sie war, habe er gesagt: «Jessie, geh nach Hause.» Dann sei sie langsam aufgestanden – und schliesslich aus dem Laden gerannt.

Ein Motiv für die Tat in Chesapeake, einer Stadt nahe der Küste Virginias mit etwa 250’000 Einwohnern, hatte die Polizei am Donnerstag zunächst noch nicht ermittelt. Einige der Kollegen des Schützen gaben an, dieser sei als aggressiver, wenn nicht feindseliger Supervisor berüchtigt gewesen, der einst zugegeben habe, Aggressionsprobleme zu haben. Er habe Menschen aber auch zum Lachen bringen können und den Eindruck gemacht, mit demselben typischen Stress umzugehen, den viele Menschen an ihrem Arbeitsplatz erleben.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

(DPA/sys)

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