Zensur auf pakistanisch: «Jesus Christus' Quickie im Harem»
Aktualisiert

Zensur auf pakistanisch«Jesus Christus' Quickie im Harem»

Der Text im Titel wäre in Pakistan undenkbar: Die Regierung hat die Mobilfunkanbieter des Landes angewiesen, SMS-Nachrichten mit «anstössigen» Inhalten zu filtern. Auf der schwarzen Liste landeten 1700 Wörter.

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1700 «anstössige» Wörter landen ab Montag auf einer Liste. (Symbolbild: Keystone)

1700 «anstössige» Wörter landen ab Montag auf einer Liste. (Symbolbild: Keystone)

Die pakistanische Regierung hat die fünf örtlichen Mobilfunkanbieter angewiesen ab Montag Kurznachrichten auszusortieren, die sie für «anstössig» halten. Dabei sollen rund 1700 Wörter aus den SMS gefiltert werden, um die islamische Kultur zu schützen, erklärte Mohammad Younis, Sprecher der Telekommunikationsbehörde PTA.

«Nach zahlreichen Beschwerden von Kunden haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen», so Younis weiter. Die fünf Mobilfunk-Unternehmen des Landes würden darum an der notwendigen Filtersoftware arbeiten.

«Randi» Zuckerberg wird verboten

Den Anbietern ist nun die Liste mit den zu zensurierenden Wörtern übermittelt worden. Darunter seien Begriffe aus dem Englischen, der Landessprache Urdu, sowie aus vier Regionalsprachen. Als Beispiele werden Begriffe wie «Jesus Christus» und «Herpes» sowie «Mary Jane» und «härter» genannt.

In zahlreichen Internetforen wird unterdessen heftig über die Entscheidung debattiert. Ein Nutzer auf der Website der Zeitung „Express Tribune" nennt die Zensur «lustig und extrem dumm». Von nun an könne er sich in einer SMS nicht mehr über die frühere Marketingchefin des Online-Netzwerks Facebook, Randi Zuckerberg, äussern, denn Randi bedeutete in der Sprache Urdu «Prostituierte».

In Pakistan gibt es rund 100 Millionen Handy-Nutzer. Das Land hat etwa 170 Millionen Einwohner, die grosse Mehrheit davon sind Muslime.

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