Verhunztes Fresko: Jesus-Malerin rettete ihr Dorf vor der Pleite
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Verhunztes FreskoJesus-Malerin rettete ihr Dorf vor der Pleite

Vor zwei Jahren verunstaltete die Rentnerin Cecilia Giménez ein Jesus-Fresko – Spott und Häme folgten sogleich. Doch ihr Bild hat das Dorf Borja zur Attraktion gemacht.

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Gestern noch zum Sündenbock gemacht worden, heute gefeiert: Dank dem Jesus-Pfusch der spanischen Rentnerin Cecilia Giménez erlebt das Dorf Borja im Jahr 2014 einen Aufschwung. 150'000 Touristen kamen ins Städtchen, um sich den «haarigen Affen» anzusehen.

Gestern noch zum Sündenbock gemacht worden, heute gefeiert: Dank dem Jesus-Pfusch der spanischen Rentnerin Cecilia Giménez erlebt das Dorf Borja im Jahr 2014 einen Aufschwung. 150'000 Touristen kamen ins Städtchen, um sich den «haarigen Affen» anzusehen.

Keystone/Javier Cebollada
Schon am 21. August 2013 gab es einen guten Grund zum Feiern: Giménez, die aus einem Fresko von Jesus Christus das Bildnis eines affenähnlichen Wesens machte, erfuhr, dass sie die Hälfte aller mit ihrem Wirken verbundenen Einnahmen bekommt.

Schon am 21. August 2013 gab es einen guten Grund zum Feiern: Giménez, die aus einem Fresko von Jesus Christus das Bildnis eines affenähnlichen Wesens machte, erfuhr, dass sie die Hälfte aller mit ihrem Wirken verbundenen Einnahmen bekommt.

Keystone/Javier Cebollada
Den Schaden, den sie angerichtet hatte, versuchte Giménez mit ihrer Kunst wiedergutzumachen. Die Rentnerin versteigerte am 18. Dezember 2012 ihr Bild «Bodegas de Borja» auf eBay. Die Einnahmen spendete sie der katholischen Kirche.

Den Schaden, den sie angerichtet hatte, versuchte Giménez mit ihrer Kunst wiedergutzumachen. Die Rentnerin versteigerte am 18. Dezember 2012 ihr Bild «Bodegas de Borja» auf eBay. Die Einnahmen spendete sie der katholischen Kirche.

Keystone/AP

In Spanien herrscht Krise – doch das Dorf Borja bei Zaragoza erlebt einen grandiosen Aufschwung: Nachdem die Rentnerin Cecilia Giménez im Sommer 2012 ein Bild aus dem 19. Jahrhundert bis zur Unkenntlichkeit «restauriert» hatte, besuchten 150'000 Touristen aus aller Welt die Kleinstadt.

Laut der «New York Times» ist Borjas Stadtverwaltung der 85-jährigen Giménez dafür äusserst dankbar. Denn die Kassen klingeln: Jeder Schaulustige, der sich den «haarigen Affen» angucken will, bezahlt einen Euro Eintritt.

Heute sei die wirtschaftliche Lage in Borja «stabil», so die «New York Times» weiter. Vor dem Rummel um das verpfuschte Fresko «Ecce Homo» hatten im von der spanischen Finanzkrise betroffenen Städtchen 300 Menschen ihren Job verloren.

Menschen besuchen das Dorf, um «ein furchtbares Kunstwerk» anzusehen

Die Freude ist gross, doch das war nicht immer so: Kurz nachdem Giménez das Jesus-Gemälde des Künstlers Elías García Martínez aus eigener Initiative und ohne Genehmigung der Behörden «restauriert» hatte, wollten dessen Erben gegen die Hobby-Malerin rechtliche Schritte einleiten. Als sich jedoch die kleine Wallfahrtskirche «Nuestra Señora de la Misericordia de Borja» plötzlich zur Touristenattraktion entwickelte, liessen sie davon ab.

Cecilia Giménez kam schliesslich nicht nur straflos davon, sie bekommt auch 49 Prozent der Einnahmen.

Die Geschichte um «Ecce Homo» hat in den letzten Monaten auch einen Comic sowie eine Oper inspiriert. Für den Komponisten Andrew Flack ist klar: «Aus dem Desaster wurde ein Wunder. Menschen kommen von überall her, um sich ein furchtbares Kunstwerk anzusehen. Gott arbeitet auf mysteriöse Weise.»

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